Hallo Mull,
ich bin da anderer Meinung.
Die Versicherer, egal ob GKV oder PKV versuchen sich ohne Prüfung des gesundheitlichen Nutzens mit haarsträubenden Argumenten wie "Life-Style-Medikament" grundsätzlich aus der Affäre zu ziehen und Richter sprechen Urteile in denen zugelassenen Ärzten nicht zugetraut wird zugelassene Medikamente zu verschreiben.
Was aber völlig fehlt, ist ein Standard-Verfahren, unter dem genau geregelt ist, wer unter welchen Bedingungen das Medikament zur Behandlung von Adipositas bezahlt und verschrieben bekommt.
In Großbritannien muss der Patient zu einer speziellen Diätklinik gehen und wenn diese dann die Spritze unter Berücksichtigung BMI und Begleiterkrankungen verschreibt, wird sie auch bezahlt.
Das wäre in Deutschland auch möglich. Wir haben Diabätologen, die sich fachlich wirklich gut mit der Thematik auskennen und denen könnte man die Verschreibung bei gewünschter Kostenübernahme mit einem Standard-Verfahren übertragen.
Aber nein, stattdessen wird die Verantwortung völlig überarbeiteten Hausärzten und deren Patienten aufs Auge gedrückt. Typisch Deutschland!
Aus persönlicher Erfahrung kann ich dann noch beitragen, dass ich mir im letzten Jahr ein Rezept für eine Sublimentation gegen Birkenpollen habe ausstellen lassen. Auch da habe ich, wie der Kläger keine vorherige Anfrage zur Kostenübernahme gestellt und die PKV hat mich nicht nach einem Therapiekonzept gefragt, sondern die 1.106 Euro gezahlt und wird dies auch weiterhin für 3 Jahre tun.
Die Krankenkassen sind einfach von der Zulassung von GLP1-Antagonisten so überrascht, dass sie vergessen haben ein Leitlinie zu entwickeln. Anstatt sich da selbst zu reflektieren zeigt man lieber weiterhin auf den doofen Patienten und schiebt dem die Verantwortung zu.
Das hat man vor 30 Jahren mit der Magen-OP schon genauso gemacht und den ganzen Menschen, die ihre Krankenkassen verklagt haben, ist es zu verdanken, dass es dafür jetzt Leitlinien gibt unter denen diese Therapie bezahlt wird.
Und wenn es Frustration braucht, damit wenigstens Einige aufstehen und für die Rechte aller kämpfen, dann sei dem halt so.