Beiträge von Nina

    Ich habe für mich beschlossen, dass ich diese Kosten in Kauf nehmen

    Ich auch, aus diesem Grund kann ich der Entscheidung meiner KV auch entspannt entgegen sehen. Was aber nicht heißt, dass ich nicht all mein Engagement da rein legen möchte.

    Die Übernahme von z.B. 50% würde mir neue Möglichkeiten eröffnen, die ich wieder reinvestieren könnte.

    Im Moment versuche ich mein Krafttraining mit Hanteln und Wiederstandsbändern Zuhause zu managen. Ein Fitness-Studio könnte das erleichtern, kostet aber nochmal 50 Euro im Monat on Top zu Mounjaro.

    Ich glaube, ich will einfach mal für mich und auch ein bisschen für andere kämpfen und nicht die Flinte schon ins Korn werfen, bevor es überhaupt los geht. 💪

    Danke Ihr Zwei für die anregende Diskussion. 🤗

    Ich verstehe Eure Argumentation aus der rein rechtlichen Sicht. Das Recht alleine kann keine Veränderung herbei führen, das Recht ist was es ist.

    Veränderung werden durch Thematisierung und Öffentlichkeit herbei geführt. Und wie man in den Medien sieht, ist das Interesse an Urteilen zu GLP1-Antagonisten hoch. Über Urteile wird berichtet und wird sich eine öffentliche Meinung gebildet.

    Im günstigsten Fall führt diese neue Meinungsbildung zu neuen Gesetzen, das nennt man dann Demokratie.

    Dieser Prozess kann auch von z.B. Versicheren oder Pharmafirmen in Lobby-Arbeit angestoßen werden. Wenn das passiert und es keine Lobby für die Übernahme der Kosten gibt, dann wird ein Gesetzesentwurf garantiert nicht zu Gunsten der Nutzer ausfallen.

    Der Status Quo ist heute so wie ihr ihn beschreibt. Ich möchte nicht, das es so bleibt und wenn ich nur einen Tropfen beisteuern kann zu dem Wasser, was den Stein aushöhlt, dann tue ich das und ignoriere einfach den Status Quo.

    Warum? Weil ich es kann!

    Hallo Mull,

    ich bin da anderer Meinung.

    Die Versicherer, egal ob GKV oder PKV versuchen sich ohne Prüfung des gesundheitlichen Nutzens mit haarsträubenden Argumenten wie "Life-Style-Medikament" grundsätzlich aus der Affäre zu ziehen und Richter sprechen Urteile in denen zugelassenen Ärzten nicht zugetraut wird zugelassene Medikamente zu verschreiben.

    Was aber völlig fehlt, ist ein Standard-Verfahren, unter dem genau geregelt ist, wer unter welchen Bedingungen das Medikament zur Behandlung von Adipositas bezahlt und verschrieben bekommt.

    In Großbritannien muss der Patient zu einer speziellen Diätklinik gehen und wenn diese dann die Spritze unter Berücksichtigung BMI und Begleiterkrankungen verschreibt, wird sie auch bezahlt.

    Das wäre in Deutschland auch möglich. Wir haben Diabätologen, die sich fachlich wirklich gut mit der Thematik auskennen und denen könnte man die Verschreibung bei gewünschter Kostenübernahme mit einem Standard-Verfahren übertragen.

    Aber nein, stattdessen wird die Verantwortung völlig überarbeiteten Hausärzten und deren Patienten aufs Auge gedrückt. Typisch Deutschland!

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich dann noch beitragen, dass ich mir im letzten Jahr ein Rezept für eine Sublimentation gegen Birkenpollen habe ausstellen lassen. Auch da habe ich, wie der Kläger keine vorherige Anfrage zur Kostenübernahme gestellt und die PKV hat mich nicht nach einem Therapiekonzept gefragt, sondern die 1.106 Euro gezahlt und wird dies auch weiterhin für 3 Jahre tun.

    Die Krankenkassen sind einfach von der Zulassung von GLP1-Antagonisten so überrascht, dass sie vergessen haben ein Leitlinie zu entwickeln. Anstatt sich da selbst zu reflektieren zeigt man lieber weiterhin auf den doofen Patienten und schiebt dem die Verantwortung zu.

    Das hat man vor 30 Jahren mit der Magen-OP schon genauso gemacht und den ganzen Menschen, die ihre Krankenkassen verklagt haben, ist es zu verdanken, dass es dafür jetzt Leitlinien gibt unter denen diese Therapie bezahlt wird.

    Und wenn es Frustration braucht, damit wenigstens Einige aufstehen und für die Rechte aller kämpfen, dann sei dem halt so.

    Hallo Matze,

    danke für die ausführliche Zusammenfassung des Gerichtsurteils.

    Ich bin etwas überrascht über das Urteil und auch über die Vorurteile gegenüber Menschen mit Übergewicht. Selbst dort, wo Justizia eigentlich nicht oberflächlich urteilen soll, werden Haarsträubende Argumente für ein Urteil gegen die "Dicken" gesucht.

    Das ist natürlich nur meine Meinung, aber die möchte ich auch gerne begründen.

    Ich nehme seit 15 Jahren Blutdrucksenker, nach der Hälfte der Zeit musste ein weiteres Medikament hinzu, weil ich dicker geworden bin und das erste Medikament allein den Blutdruck nicht gesenkt hat.

    Keiner, weder mein Arzt, noch meine Versicherung haben mich jemals nach meinem Therapiekonzept gefragt, mich gebeten meine sportlichen Aktivitäten zu dokumentieren und meine Ernährung umzustellen um die medikamentöse Therapie zu begleiten.

    Das gleiche bei Rückenschmerzen, ein Therapiekonzept musste nicht vorgelegt werden.

    Und jetzt, bei Übergewicht ist plötzlich ein Therapiekonzept notwendig? Wenn ich der Kläger wäre, würde ich Berufung einlegen. Richter sind ja auch nur Menschen und können vor Vorurteilen blind sein.

    Meine Meinung gilt dabei für PKV und GKV, die Weigerungshaltung ist für mich absolut unverständlich. Angeblich explodierende Kosten sind hier doch auch nur vorgeschoben, da eine Senkung des durchschnittlichen Gewichts die Gesundheitskosten im Gegenzug senken statt erhöhen würde. Aber die "Dicken" haben halt keine Lobby.

    Ich habe jedenfalls Mounjaro und ein Attest bei PKV und Beihilfe eingereicht. Allerdings ist mein BMI auch über 40. Bin mal gespannt. Da ich Rechtsschutz versichert bin, würde ich auch klagen.

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