Beiträge von Coriris

    NannyOgg

    Ich kann dich gut verstehen <3. Bei mir ist es auch so.

    Es ist für mich ein langer (vielleicht sogar lebenslanger) Prozess, zu lernen, dass Essen weder Antwort, Hilfe, Trost in allen Lebenslagen, noch aber böse ist.

    Diesen Kampf führe ich ja seit Jahrzehnten: Essen als beste Freundin- schlimmste Feindin zugleich. Diese Erkenntnis verdanke ich übrigens einer Psychotherapie, was mir einiges klar gemacht hat. Aber: diese Erkenntnis allein konnte mich nicht davon befreien.

    Erst die Behandlung mit Mounjaro hat mich in die Lage versetzt, überhaupt zu erkennen, dass es eine Wahlmöglichkeit gibt, und dass das Essen weder emotionale Freundin noch böse Feindin ist.

    Vielleicht wäre es gut, jetzt mit MJ (oder Wegovy) eine Psychotherapie zu machen?!

    Für mich kommt das aktuell jetzt nicht in Frage, aber es hilft mir im Moment, mir zuzugestegen: ich habe bald 6 Jahrzehnte in den alten Mustern gelebt, wie soll das in einem Jahr bereits komplett anders sein? Das geht nicht.

    Dafür langsam mit kleinen Schritten und Geduld (hab ich im Grunde nicht;)) und auch Rückschlägen, die dazu gehören, neu lernen mit Essen ( und insbesondere meinen Gefühlen!) umzugehen.

    Und mit gegenseitigem Mutmachen<3

    Oh ja, die Erfahrung kenne ich leider auch!

    Ich vertraue mir leider auch gar nicht, was das Essen betrifft. Nach Jahrzehnten mit innerem Kampf um die Themen Gewicht, Zunehmen, Abnehmen, Erlaubtem, Verbotenem, "Sündigen", Scham, heimlichem Essen mit Schuldgefühlen, emotionalem Essen, Suchtessen usw usw ist mir das natürliche Verhältnis zum Essen und zu meinem Körper verloren gegangen. Habe mich nie mehr gewogen, habe möglichst verdrängt, was ich mir da antue.

    Dann kam Mounjaro.

    Dass ich irgendwann mal intuitiv essen kann, glaube ich irgendwie nicht mehr.

    Aber es gibt Veränderungen. Einmal pro Woche wiegen. Ich möchte nicht wieder unter die Tyrannei der Waage geraten. Aber ganz ohne geht es nicht, eben weil mir das intuitive Gefühl für meinen Körper und seine Bedürfnisse fehlt.

    Und: ich registriere auch meine anderen gesundheitlichen Fortschritte, wie Blutdruck, Beweglichkeit, bzgl. Sport was Neues zu wagen (habe nie Sport gemacht, also wirklich NIE), gehe jetzt wieder ins Schwimmbad, (ich mag es so gerne im Wasser zu sein und habe es mir sooo lange versagt!) und allein, dass ich das jetzt tue, ist Fortschritt und verändert innerlich etwas.

    Und mir immer wieder sagen: Es ist ein Marathon. Ich habe über Jahrzehnte mit destruktiven Essmustern gelebt und 60kg Übergewicht nicht über Nacht zugenommen. Es braucht jetzt Zeit, viel Zeit, gerade auch psychisch. Es ist ein innerer Prozess. Seele und Körper brauchen beide Zeit. Und Geduld. Und Dranbleiben. Nicht Aufgeben. Vielleicht eine lebenslange Entwicklung, wer weiß

    Und so wichtig: Hilfreichen Austausch ❤️.

    Bei mir ist Oviva die erste und bisher einzige App, die ich kennengelernt habe.

    Ich hatte vor Beginn mit MJ die Hoffnung, irgendwann mal "intuitiv" essen zu können. Gegen dieses ganze Kalorienzählen, Abwiegen, jeden Bissen tracken, nur nach Vorgaben essen hatte ich große Abneigung. Zumal ich anfällig für zwanghaftes Essverhalten bin, das ganze Essthema komplett mit dem Kopf steuern zu wollen, ohne jegliche Verbindung mit meinem Körper und seinen Bedürfnissen - um dann irgendwann völlig wieder die Kontrolle zu verlieren.

    Leider schon mehrmals erlebt.

    Natürlich brauchte ich etwas als Hilfestellung, da "intuitive Essen" Welten entfernt ist.

    Und da versprach Oviva "Ohne Kalorienzählen". Habe es jetzt drei Zyklen gemacht, und tatsächlich ist es für mich ein ganz guter Kompromiss. Ich protokolliere das Essen zwar, aber nicht "zwanghaft". Und ich gebe täglich auch "Aktivitäten" ein. Das hält mich rein psychologisch ganz gut bei der Stange. Für das Essen selbst ist es nur ein grober Anhalt, das stimmt.

    Mal schauen, ob ich später mal was anderes finde. Dass das Essen mal "intuitiv" geht, glaube ich - für mich - leider nicht.

    Danke für den interessanten Artikel!

    Meiner Einschätzung nach kostet die Behandlung meiner Adipositas-Folgeerkrankungen die Krankenkasse deutlich mehr als es die Finanzierung von MJ kosten würde.

    Eine Magen-OP wäre dazu wohl von der KK übernommen worden.

    Mit einem BMI von 46 zu Beginn der Behandlung mit MJ und diversen Begleiterkrankungen hätte ich evtl. Chance für Kostenübernahme gehabt. Jetzt bin ich sowieso (natürlich zum Glück!) darunter und fiele bereits heraus.

    Trotzdem wären die strengen Kriterien analog GB mMn zumindest mal ein Einstieg. Was freilich stimmt: gesundheitliche Begleitung bzgl. Ernährung und Training wäre unabdingbar, nicht jeder kann das in Eigenregie oder nur mit dem Hausarzt machen.

    Fazit: für mich käme es zu spät, trotzdem bin ich unbedingt der Meinung, dass der Weg in die Richtung der Kassen-Finanzierung gehen muss.

    Danke für den Artikel zu dem Thema! Tatsächlich drückt er genau das aus, was ich seit dem Jahr, in dem ich jetzt Mounjaro nehme, empfinde.

    Für mich war das Essen schon immer eine Überlebensstrategie, emotionale Stütze, Hilfe, Trost, sozusagen meine beste verlässlichste Freundin. Immer da, immer verfügbar.

    Sämtliche Therapien wie Gesprächstherapie und Verhaltenstherapie haben daran nichts geändert. Kam ich von der Therapiestunde nach Hause, wartete meine Freundin verlässlich auf mich.

    Gleichzeitig war sie meine schlimmste Feindin und das wusste ich auch. Sie hatte mich im Würge- und Klammergriff, dauernder innerer Kampf, Schuld- und Schamgefühle, Selbsthass, psychische und gesundheitliche Selbstzerstörung. Aber ohne sie zu leben war mir nicht möglich. Ich brauchte sie, um meine Gefühle "aushalten" zu können, ja, wie um "überleben" zu können.

    Nun ist sie auf einmal still geworden. Natürlich fehlt sie mir! Was sollte mich jetzt trösten? Mich "füllen", mir Entspannung, Beruhigung, Belohnung und Beschäftigung verschaffen? Woran sollte ich denken, wenn nicht mehr ans Essen?

    Wie sehr ich das Essen zur Gefühlsregulation gebraucht habe (und schon noch immer brauche), spüre ich seitdem sehr. Hierfür nach und nach "Ersatz" oder vielmehr gute Alternativen zu finden, das braucht Zeit! Nach all den Jahrzehnten, im Grunde seit früher Kindheit.

    Immer wieder mal schaut sie um die Ecke, meine beste Freundin, insbesondere abends. Oder in Stresssituationen oder wenn ich emotional zu kämpfen habe. Meine Probleme sind ja nicht "weg", meine inneren Dämonen auch nicht. "Ich bin da" sagt sie dann "ich warte auf dich". Nicht immer kann ich widerstehen.

    Manchmal blinzelt jetzt dann aber auch so ein Funken Freiheit um die Ecke: nicht zwanghaft essen zu MÜSSEN. Die Wahl zu haben. Sie wieder fortschicken zu können. Das ging all die Jahre vorher nicht.

    Mal schauen, wie es weitergeht! Schön, dass hier Platz für diese Themen ist<3

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