Danke für den Artikel zu dem Thema! Tatsächlich drückt er genau das aus, was ich seit dem Jahr, in dem ich jetzt Mounjaro nehme, empfinde.
Für mich war das Essen schon immer eine Überlebensstrategie, emotionale Stütze, Hilfe, Trost, sozusagen meine beste verlässlichste Freundin. Immer da, immer verfügbar.
Sämtliche Therapien wie Gesprächstherapie und Verhaltenstherapie haben daran nichts geändert. Kam ich von der Therapiestunde nach Hause, wartete meine Freundin verlässlich auf mich.
Gleichzeitig war sie meine schlimmste Feindin und das wusste ich auch. Sie hatte mich im Würge- und Klammergriff, dauernder innerer Kampf, Schuld- und Schamgefühle, Selbsthass, psychische und gesundheitliche Selbstzerstörung. Aber ohne sie zu leben war mir nicht möglich. Ich brauchte sie, um meine Gefühle "aushalten" zu können, ja, wie um "überleben" zu können.
Nun ist sie auf einmal still geworden. Natürlich fehlt sie mir! Was sollte mich jetzt trösten? Mich "füllen", mir Entspannung, Beruhigung, Belohnung und Beschäftigung verschaffen? Woran sollte ich denken, wenn nicht mehr ans Essen?
Wie sehr ich das Essen zur Gefühlsregulation gebraucht habe (und schon noch immer brauche), spüre ich seitdem sehr. Hierfür nach und nach "Ersatz" oder vielmehr gute Alternativen zu finden, das braucht Zeit! Nach all den Jahrzehnten, im Grunde seit früher Kindheit.
Immer wieder mal schaut sie um die Ecke, meine beste Freundin, insbesondere abends. Oder in Stresssituationen oder wenn ich emotional zu kämpfen habe. Meine Probleme sind ja nicht "weg", meine inneren Dämonen auch nicht. "Ich bin da" sagt sie dann "ich warte auf dich". Nicht immer kann ich widerstehen.
Manchmal blinzelt jetzt dann aber auch so ein Funken Freiheit um die Ecke: nicht zwanghaft essen zu MÜSSEN. Die Wahl zu haben. Sie wieder fortschicken zu können. Das ging all die Jahre vorher nicht.
Mal schauen, wie es weitergeht! Schön, dass hier Platz für diese Themen ist![]()