1. Was genau ist das „Ozempic Face“?
Der Begriff beschreibt ein Gesicht, das nach einer Gewichtsabnahme eingefallen, schlaff oder plötzlich deutlich älterwirkt.
Es handelt sich dabei nicht um eine direkte, chemische Nebenwirkung des Medikaments auf die Gesichtshaut. Vielmehr ist es eine Folge des rapiden Gewichtsverlusts.
2. Die Ursache: Warum passiert das?
Um den Effekt zu verstehen, muss man sich ansehen, wie unser Gesicht aufgebaut ist:
- Fettpolster als Stütze: Unser Gesicht verfügt über natürliche Fettdepots (Unterhautfettgewebe), die der Haut Volumen geben, sie aufpolstern und glatt wirken lassen. Dies sorgt oft für ein jugendliches Aussehen.
- Der Ballon-Effekt: Wenn man massiv und schnell an Gewicht verliert (wie es durch Ozempic oft passiert), baut der Körper Fett am ganzen Körper ab – auch im Gesicht.
- Hautelastizität: Wenn das Volumen (Fett) unter der Haut schnell schwindet, kommt die Haut oft nicht schnell genug hinterher, sich zurückzuziehen – besonders bei älteren Patienten, deren Haut weniger Elastin und Kollagen besitzt.
ZitatKurz gesagt: Das Fett, das die Haut vorher gestrafft hat, verschwindet, und die überschüssige Haut beginnt zu hängen.
3. Typische Merkmale
Menschen, die vom „Ozempic Face“ betroffen sind, berichten oft von folgenden Veränderungen:
- Hohlwangen: Die Wangen wirken stark eingefallen.
- Verstärkte Falten: Besonders Nasolabialfalten (zwischen Nase und Mund) oder Krähenfüße werden tiefer.
- Verlust der Kieferkontur: Die Haut am Kiefer kann schlaffer werden („Jowls“).
- Müder Ausdruck: Durch den Volumenverlust um die Augen kann man dauerhaft erschöpft aussehen.
4. Wichtige Einordnung
Es ist wichtig zu betonen, dass dies kein exklusives Phänomen von Ozempic ist.
Derselbe Effekt tritt bei jeder Form von radikalem Gewichtsverlust auf, sei es durch:
- Magenbypass-Operationen.
- extreme Crash-Diäten.
- sehr intensives Sporttraining.
Da Ozempic jedoch derzeit einen enormen Hype erlebt und viele Menschen damit sehr schnell Gewicht verlieren, ist der Begriff zu einem Synonym für dieses Phänomen geworden.
5. Kann man etwas dagegen tun?
Ja, es gibt Ansätze, um dem Effekt entgegenzuwirken, auch wenn er schwer komplett zu vermeiden ist:
- Langsamere Abnahme: Eine Anpassung der Dosis (in Absprache mit dem Arzt), um den Gewichtsverlust zu verlangsamen, gibt der Haut mehr Zeit, sich anzupassen.
- Hydratation und Ernährung: Viel Wasser trinken und eine proteinreiche Ernährung können die Hautqualität unterstützen.
- Dermatologische Eingriffe: Viele Betroffene greifen zu Fillern (Hyaluronsäure) oder Eigenfettunterspritzungen, um das verlorene Volumen wiederherzustellen. In extremen Fällen werden Facelifts in Betracht gezogen.
Kommentare 1