Der medizinische Hintergrund: Viele Medikamente greifen tief in die physiologischen Regelkreise des Körpers ein (z. B. Neurotransmitter im Gehirn oder Hormone).
- Adaption: Während der Einnahme passt sich der Körper an die Substanz an (z. B. indem er die Anzahl der Rezeptoren verändert oder die eigene Produktion von Botenstoffen drosselt).
- Abruptes Absetzen: Fällt das Medikament plötzlich weg, kann der Körper nicht sofort gegensteuern. Es kommt zu Absetzerscheinungen (Entzugssymptomen) oder dem gefürchteten Rebound-Effekt.
- Ausschleichen: Durch die langsame Reduktion (z. B. minus 10 % alle zwei Wochen) erhält der Organismus Zeit, seine natürliche Balance (Homöostase) wiederherzustellen und die Eigenproduktion von Hormonen oder Botenstoffen wieder hochzufahren.
Wann ist es notwendig? Besonders bei Medikamenten, die das ZNS (Zentralnervensystem) beeinflussen oder Hormone ersetzen, z. B.:
- Kortison: Damit die Nebennierenrinde die körpereigene Cortisol-Produktion wieder aufnimmt.
- Antidepressiva: Um das „Absetzsyndrom“ (Schwindel, „Stromschläge“ im Kopf) zu vermeiden.
- Beta-Blocker: Um Herzrasen und Blutdruckspitzen zu verhindern.
- Opioide/Benzodiazepine: Zur Vermeidung von körperlichem Entzug.