Viele Menschen berichten insbesondere in den ersten Wochen einer Behandlung mit GLP-1-Medikamenten oder einem GIP/GLP-1-Dualagonisten über dieses Symptom. Dazu gehören unter anderem Mounjaro, Wegovy und Ozempic.
Die Medikamente verlangsamen die Magenentleerung. Dadurch verbleibt die Nahrung länger im Magen und oberen Verdauungstrakt. Während dieser Zeit können Bakterien schwefelhaltige Eiweißbestandteile stärker zersetzen, wodurch vermehrt Schwefelwasserstoff entsteht. Dieser kann beim Aufstoßen den typischen Geruch verursachen.
Besonders häufig treten Schwefelrülpser nach dem Verzehr von schwefelreichen Lebensmitteln auf. Dazu gehören beispielsweise:
- Eier
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Kohlarten
- Brokkoli
- Blumenkohl
- Rosenkohl
- Hülsenfrüchte
Nicht jeder Mensch reagiert gleich empfindlich. Manche Betroffene haben nur gelegentlich Beschwerden, während andere sie vor allem nach größeren oder sehr fettreichen Mahlzeiten bemerken.
Folgende Maßnahmen können häufig helfen:
- Mehrere kleine Mahlzeiten statt großer Portionen
- Langsam essen und gründlich kauen
- Fettreiche Mahlzeiten reduzieren
- Schwefelreiche Lebensmittel testweise einschränken
- Ausreichend trinken
- Nach dem Essen leichte Bewegung, beispielsweise ein Spaziergang
In den meisten Fällen bessern sich Schwefelrülpser nach einigen Wochen, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat. Halten die Beschwerden länger an oder treten zusätzlich starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen oder Fieber auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um andere Erkrankungen wie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase auszuschließen.
Schwefelrülpser sind zwar unangenehm, stellen allein jedoch meist keine gefährliche Nebenwirkung dar.