Tulpe Ja, gerade weil ich nicht weiß, ob ich das richtig verstehe, hatte ich ja hier rückgefragt. Ich weiß es nicht, aber auf den ersten Blick sieht das für mich aus, als ob den Text jemand verfasst hätte, der den Physikunterricht komplett verschlafen hat und überhaupt keine Ahnung hat, wie Abnehmen rein biologisch-naturwissenschaftlich funktioniert.
Könnte auch sein, dass die Übersetzung durchaus richtig ist und da ein schlechter Witz steht, das aber trotzdem nicht so umgesetzt wird, sondern es am Ende doch auch jemand bekommt, der einfach nur eine Ernährungsberatung in Anspruch genommen hat.
Sehe ich allerdings auch kritisch aus mehreren Gründen:
Zum einen sind 6 Monate eine lange Zeit. Abnehmen, und auch relativ zügig, ist für viele sehr stark übergewichtige allerdings ein enormer Gewinn an Lebensqualität. Ab einem bestimmten BMI ist es für manche Menschen irgendwann halt kaum mehr möglich, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, von fortschreitenden Krankheiten, die irgendwann auch irreversibel sind (z.B. Leberzirrhose) ganz zu schweigen. Das sind die Menschen, die das Medikament mMn am allernötigsten haben und wo ich die Vorstellung, da noch ewig warten zu müssen, sehr makaber finde! Das wäre, wie wenn wir mit einer Chemotherapie oder so auch noch ein halbes Jahr warten, ohne echten Grund. Ehrlich gesagt würde ich da glaube ich jedem Patienten, der sich das Medikament irgendwie aus eigener Tasche leisten kann, empfehlen, es aus eigener Tasche zu zahlen, statt da noch 6 Monate NICHT (!) abzunehmen und womöglich ohne echte Lebensqualität daherzuvegetieren. Problem dürfte aber sein: wenn ich das Medikament selbst bezahle und ich kein Non-Responder bin, bin ich dann eigentlich ein für alle Mal aus der Übernahme draußen. Auch wenn ich Ernährungsberatung in Anspruch genommen habe. Denn in den 6 Monaten wäre ja dann eher mit mindestens 10% Abnahme zu rechnen, ich muss aber bei unter 5% bleiben. Also kann man es eigentlich doch nicht empfehlen, das Medikament aus eigener Tasche zu zahlen.
Eigentlich muss man sogar empfehlen, die Ernährungsberatung mit Absicht scheitern zu lassen. Eigentlich darf man sie zunächst nur in Anspruch nehmen, sollte sich aber idealerweise noch nicht an die Empfehlungen usw. halten. Denn 5% in 6 Monaten ist jetzt nicht sooo wahnsinnig viel (insbesondere wenn man bedenkt, dass wasserverlust sich am meisten auf der Waage bemerkbar macht). Mit ein bisschen Motivation, Fokus und Disziplin werden das die meisten von uns schon mehrfach geschafft haben. Mal ein paar kg abzunehmen, war doch noch nie das Problem. Das Problem war immer nur, dass es halt so wahnsinnig viel Fokus und Disziplin benötigt, dass man das meist nicht viel länger als einige Monate durchhalten kann. Erstrecht nicht sein ganzes Leben. Wer da also voller Motivation und Elan an diese 6 Monate Ernährungsberatung rangeht und was schaffen möchte wird die 5% wahrscheinlich locker überschreiten und wird dann bestraft. In 12 Monaten kann er es ja dann aber vielleicht erneut probieren, wenn man dann wahrscheinlich wieder mehr wiegt und diesmal vielleicht schlauer ist, absichtlich nicht abzunehmen. Sind dann halt nur 1,5 Jahre mit eingeschränkter Lebensqualität und eben auch viel verschwendeten Geld für den Staat (Ernährungsberatung kostet Geld, potentielle Arbeitsunfähigkeit oder-reduzierung aufgrund der Adipositas kostet Geld, Zusatzerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck etc. kosten Geld...).
Also aus meiner Sicht wird es dadurch nicht wirklich besser. Bei bariatrischen OPs in D ist das meines Wissens nach andersherum, was für mich sinnvoller erscheint: soweit ich weiß muss man da schon vorher ein paar kg abnehmen und sich an ein Ernährungsform halten, um zu zeigen, dass man grundsätzlich genug Motivation und Disziplin für ein paar Regeln hat. Wobei ich gehört habe, dass das oft weniger streng gesehen wird als auf dem Papier steht. Aber zumindest wird man hier nicht sofort bestraft, wenn man abgenommen hat und sich dran hält. Ausnahme man unterschreitet damit den BMI von 40...
Ob die KI für dieses Problem/Dilemma der richtige Ansprechpartner ist, weiß ich nicht... @Matzes Beitrag stammt ja auch von der KI und der Text ergibt wenig Sinn. Im Gegenteil zeigt er eigentlich mal wieder, wie sehr einem die KI versucht nach der Nase zu sprechen und sich dabei aber selbst total verhaspelt.
An und für sich habe ich natürlich kein Problem mit verpflichtender Ernährungsberatung. Auch wenn ich sie für eher unnötig halte. Aus meiner Sicht zeigt der GLP-Erfolg v.a., dass Unwissen was gesunde, kalorienreduzierte Ernährung eigentlich ist, nie das Problem der meisten adipösen war. Das Problem war immer schon der Hunger und der Foodnoise. Auf freiwilliger Basis, für diejenigen die wirklich keine Ahnung haben und sich Unterstützung wünschen, sollte es die Option aber zusätzlich geben.