So wirkt Acarbose
Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit zerlegt der Darm Stärke und Zucker in kleinere Bestandteile. Erst dann können sie ins Blut aufgenommen werden und den Blutzucker ansteigen lassen.
Acarbose hemmt bestimmte Verdauungsenzyme im Dünndarm. Dadurch werden Kohlenhydrate langsamer aufgespalten und gelangen verzögert ins Blut. Vor allem starke Blutzuckerspitzen nach dem Essen können dadurch abgeflacht werden.
Anwendung
Acarbose wird zu den Mahlzeiten eingenommen, üblicherweise mit dem ersten Bissen. Die Dosis wird häufig schrittweise gesteigert, damit sich der Darm besser an das Medikament gewöhnen kann.
Das Präparat wird vor allem dann eingesetzt, wenn der Blutzucker nach dem Essen deutlich ansteigt und Ernährung, Bewegung oder andere Medikamente allein nicht ausreichend wirken.
Mögliche Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt. Dazu zählen Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl und Durchfall. Diese Beschwerden entstehen, weil mehr Kohlenhydrate in tiefere Darmabschnitte gelangen und dort von Bakterien vergoren werden.
Sehr zuckerreiche Mahlzeiten können die Beschwerden verstärken. Bei starken oder anhaltenden Magen-Darm-Problemen sollte die Dosierung ärztlich überprüft werden.
Wichtig bei Unterzuckerung
Acarbose verursacht allein normalerweise keine Unterzuckerung. Wird es aber zusammen mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen eingesetzt, kann eine Hypoglykämie möglich sein.
Dann ist wichtig: Unterzuckerungen sollten mit Traubenzucker (Glukose) behandelt werden – nicht mit Haushaltszucker. Haushaltszucker muss erst im Darm gespalten werden, und genau das wird durch Acarbose verzögert.