Das Grundprinzip: Gleicher Inhalt, andere Verpackung
Das Wichtigste zuerst: Ein Generikum enthält exakt denselben Wirkstoff in derselben Menge und Dosierung wie das Originalpräparat.
- Original: Ein Pharmaunternehmen forscht jahrelang, entwickelt einen neuen Wirkstoff und bringt ihn unter einem Markennamen heraus (z. B. Aspirin). Darauf hat die Firma ein Patent (meist 20 Jahre), um die Forschungskosten wieder einzuspielen.
- Generikum: Sobald das Patent abläuft, dürfen andere Firmen diesen Wirkstoff ebenfalls produzieren und verkaufen (z. B. ASS-ratiopharm).
Analogie: Stell dir vor, du kaufst Marken-Nudeln von Barilla. Dann kaufst du die Hausmarke des Supermarkts. Beide Packungen enthalten Penne aus Hartweizengrieß. Sie schmecken fast gleich und machen beide satt, aber die Hausmarke ist günstiger und die Verpackung sieht anders aus.
Was ist gleich? (Die entscheidenden Faktoren)
Damit ein Generikum zugelassen wird, muss es strenge staatliche Kriterien erfüllen. Gleich sein müssen:
- Der Wirkstoff: Die chemische Substanz, die im Körper wirkt.
- Die Wirkstärke: Wie viel Milligramm des Wirkstoffs enthalten sind.
- Die Darreichungsform: Tablette bleibt Tablette, Kapsel bleibt Kapsel.
- Die Bioverfügbarkeit: Das Medikament muss im Körper genauso schnell und in gleichem Umfang aufgenommen werden wie das Original.
Was ist anders?
Obwohl der Wirkstoff gleich ist, gibt es Unterschiede, die meist harmlos sind, aber für manche Patienten wichtig sein können:
- Der Name: Generika heißen oft wie der Wirkstoff selbst plus der Name des Herstellers (z. B. Ibuprofen Hexal statt Markenname Dolormin).
- Aussehen und Geschmack: Form, Farbe und Größe der Tablette können abweichen.
- Die Hilfsstoffe: Das ist der wichtigste Unterschied. Um aus einem Wirkstoff eine Tablette zu machen, braucht man Füllstoffe, Bindemittel, Farbstoffe oder Überzüge. Diese können sich vom Original unterscheiden.
- Wichtig: Wenn du gegen bestimmte Hilfsstoffe (z. B. Laktose oder bestimmte Farbstoffe) allergisch bist, kann ein Generikum für dich unter Umständen schlechter verträglich sein als das Original – oder sogar besser, wenn es diese Stoffe weglässt.
Warum sind Generika so viel billiger?
Generika sind oft erheblich günstiger (teilweise bis zu 70 %). Das liegt nicht an schlechterer Qualität, sondern an der Kostenstruktur:
- Keine Forschungskosten: Der Generika-Hersteller musste den Wirkstoff nicht neu erfinden, jahrelang testen und klinische Studien bezahlen. Das "Rezept" ist ja nun bekannt.
- Wettbewerb: Da oft mehrere Firmen gleichzeitig Generika für denselben Wirkstoff herausbringen, entsteht ein Preiskampf.
Das "Aut-idem"-Kreuz
Vielleicht hast du auf einem Rezept vom Arzt schon mal das Feld "aut idem" gesehen. Das ist Latein und bedeutet "oder das Gleiche".
- Feld NICHT angekreuzt: Der Apotheker darf (und muss oft aufgrund von Verträgen mit den Krankenkassen) dir ein günstiges Generikum geben, statt exakt das Medikament, das auf dem Rezept steht.
- Feld angekreuzt: Der Apotheker muss dir exakt das Medikament (Marke/Hersteller) geben, das der Arzt aufgeschrieben hat.
Zusammenfassung
| Merkmal | Original (Markenprodukt) | Generikum (Nachahmer) |
|---|---|---|
| Wirkstoff | Identisch | Identisch |
| Wirkung | Identisch | Identisch |
| Sicherheit | Hoch (geprüft) | Hoch (geprüft) |
| Preis | Meist höher | Meist niedriger |
| Hilfsstoffe | Spezifisch für Marke | Können abweichen |
| Aussehen | Markenspezifisch | Oft anders |