Ein Titrationsschema ist ein medizinischer Fahrplan, der festlegt, wie ein Medikament schrittweise dosiert wird, um die optimale Menge für den Patienten zu finden. Meistens geht es dabei um das langsame „Einschleichen“ (Aufdosierung) eines Medikaments.
Warum macht man das? Anstatt sofort mit der vollen Dosis zu starten, beginnt man mit einer sehr geringen Menge und steigert diese in festen Zeitabständen.
- Verträglichkeit: Der Körper bekommt Zeit, sich an den Wirkstoff zu gewöhnen (Gewöhnungseffekt).
- Nebenwirkungen minimieren: Schwere Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit bei Ozempic) werden vermieden, da der Spiegel im Blut langsam ansteigt.
- Individuelle Dosis: Man kann genau sehen, ab welcher Menge das Medikament wirkt, ohne unnötig viel zu geben.
Der typische Ablauf (Beispiel Ozempic/Wegovy):
- Startdosis: Sehr niedrig (z. B. 0,25 mg für 4 Wochen).
- Eskalationsschritte: Erhöhung der Dosis in Stufen (z. B. auf 0,5 mg, dann 1,0 mg), meist alle 4 Wochen, sofern die vorherige Dosis gut vertragen wurde.
- Erhaltungsdosis: Die Enddosis, auf der der Patient dauerhaft bleibt (z. B. 1,0 mg oder 2,4 mg).
Das Gegenteil (langsames Reduzieren vor dem Absetzen) nennt man Ausschleichen.