Ohne ausreichend Insulin kann Glukose nicht mehr in die Körperzellen gelangen. Obwohl der Blutzuckerspiegel stark erhöht ist, "hungern" die Zellen. Der Körper beginnt deshalb, Fettreserven zur Energiegewinnung abzubauen.
Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper. In kleinen Mengen sind sie unproblematisch. Werden jedoch zu viele Ketonkörper gebildet, übersäuert das Blut. Dieser Zustand wird als Ketoazidose bezeichnet und ist ein medizinischer Notfall.
Typische Ursachen sind:
- Erstdiagnose eines Diabetes Typ 1
- Vergessene Insulininjektionen
- Defekte Insulinpumpe
- Infektionen
- Schwere Erkrankungen
- Starker körperlicher Stress
Zu den Symptomen gehören:
- Starker Durst
- Häufiges Wasserlassen
- Übelkeit und Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Tiefe, schnelle Atmung
- Süßlich-fruchtiger Atemgeruch
- Müdigkeit
- Verwirrtheit
Unbehandelt kann eine Ketoazidose zu Bewusstlosigkeit, Koma und lebensbedrohlichen Komplikationen führen.
Die Behandlung erfolgt immer im Krankenhaus. Dort werden Flüssigkeit, Insulin und Elektrolyte verabreicht sowie die Ursache behandelt.
GLP-1-Medikamente verursachen keine diabetische Ketoazidose. Bei Menschen mit Diabetes Typ 1 kann eine Ketoazidose jedoch entstehen, wenn Insulin eigenmächtig reduziert oder abgesetzt wird – auch dann, wenn zusätzlich ein GLP-1-Medikament angewendet wird. Deshalb darf Insulin niemals ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt werden.