VCT220 Abnehmtablette: Was Studiendaten zur neuen oralen GLP-1-Tablette aus China zeigen
-
Matze -
16. August 2026 um 06:52 -
131 Mal gelesen -
0 Antworten -
Zuletzt aktualisiert: 16. August 2026 um 06:52
Lesezeit: 11 Minuten
🔄 Zuletzt aktualisiert: August 2026 – dieser Artikel berücksichtigt die im August 2026 veröffentlichte Phase-2-Studie sowie die im Mai 2026 gemeldeten Phase-3-Topline-Daten zu VCT220. Dieser Artikel verbindet Erfahrungswerte aus der GLP-1-Community mit Studienergebnissen aus Signal Transduction and Targeted Therapy und der offiziellen Studienregistrierung.
VCT220 ist eine neue orale GLP-1-Tablette aus China, die in einer Phase-2-Studie nach 16 Wochen bis zu 9,7 Prozent Gewichtsverlust zeigte und mittlerweile auch erste Phase-3-Daten vorlegt. Für alle, die auf eine Alternative zur Spritze warten, lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen, die Verträglichkeit und den aktuellen Zulassungsstand.
⚠️ Wichtiger medizinischer Hinweis
Dieser Artikel fasst Studiendaten zu einem noch nicht zugelassenen Wirkstoff zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung zu Therapieoptionen. VCT220 ist derzeit weder in Deutschland noch in China verschreibungsfähig.
Wenn du über eine Umstellung deiner Therapie nachdenkst oder auf neue Wirkstoffe wartest, sprich das konkret mit deiner Diabetologin oder deinem Hausarzt ab, statt auf eigene Faust an Medikamente aus laufenden Studien zu kommen.
📌 Auf einen Blick
- VCT220 ist ein oraler, nicht-peptidischer GLP-1-Rezeptor-Agonist des chinesischen Herstellers Vincentage Pharma, entwickelt als tägliche Tablette ohne Spritze.
- In der Phase-2-Studie sank das Körpergewicht nach 16 Wochen dosisabhängig um 5,75 bis 9,73 Prozent, unter Placebo waren es 1,61 Prozent.
- Laut Topline-Daten aus einer Phase-3-Studie erreichten Teilnehmende nach 52 Wochen mit 120 mg beziehungsweise 160 mg im Mittel 12,2 beziehungsweise 12,4 Prozent Gewichtsverlust.
- Häufigste Nebenwirkungen waren wie bei anderen GLP-1-Medikamenten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, überwiegend leicht bis mittelschwer.
- Eine Zulassung existiert bisher nicht. Der Hersteller plant, in China einen Zulassungsantrag zu stellen, ein weiterer Studienpartner untersucht den Wirkstoff parallel unter dem Namen CX11 in den USA.
📑 Inhaltsverzeichnis▼
- Was ist VCT220 und wie unterscheidet sich die Tablette von anderen GLP-1-Medikamenten
- Die Phase-2-Studiendaten im Detail
- Blutdruck, Blutfette und Blutzucker unter VCT220
- Phase-3-Ergebnisse und Vergleich mit Orforglipron und der Wegovy-Pille
- Was VCT220 für die GLP-1-Community bedeuten könnte
- Häufige Fragen aus der Community
- Quellenangaben
Was ist VCT220 und wie unterscheidet sich die Tablette von anderen GLP-1-Medikamenten
VCT220 ist eine einmal täglich einzunehmende Tablette, die am selben körpereigenen Rezeptor ansetzt wie Semaglutid oder Liraglutid, chemisch aber komplett anders aufgebaut ist. Statt eines Peptids, das in der Regel subkutan gespritzt werden muss, handelt es sich um ein kleines, nicht-peptidisches Molekül, das den GLP-1-Rezeptor stimuliert, ohne im Magen-Darm-Trakt zerlegt zu werden. Entwickelt hat den Wirkstoff das Unternehmen Vincentage Pharma aus Chengdu, ex-China-Rechte hält der Partner Corxel Pharmaceuticals, der die Substanz in eigenen US-Studien unter dem Namen CX11 weiterführt.[1] Für die Community ist vor allem interessant, dass hier nicht irgendein Nachahmerpräparat entsteht, sondern ein eigenständig entwickeltes Molekül aus chinesischer Forschung, das direkt mit den bereits bekannten Platzhirschen aus den USA und Dänemark konkurrieren will.
Bereits vor der Phase-2-Studie durchlief VCT220 mehrere Phase-1-Untersuchungen an gesunden Freiwilligen sowie an Menschen mit Übergewicht, Adipositas oder Typ-2-Diabetes. Diese frühen Studien zeigten laut den Autoren ein Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil, das mit bereits etablierten injizierbaren GLP-1-Präparaten vergleichbar war, und legten damit die Grundlage für die größer angelegte Phase-2-Untersuchung.[1]
Der Unterschied zur Semaglutid-Tablette und zu Orforglipron
Orales Semaglutid ist selbst ein Peptid und braucht deshalb einen Resorptionsverstärker sowie eine strenge Einnahmevorschrift: nüchtern, mit wenig Wasser, danach mindestens 30 Minuten nichts essen. VCT220 soll laut den Studienautoren genau diese Hürde umgehen und kann zu den Mahlzeiten geschluckt werden, ganz ohne Nüchternvorgabe.[1] Damit steht VCT220 in einer Reihe mit anderen nicht-peptidischen Kandidaten wie Orforglipron, das unter dem Handelsnamen bereits als erstes Präparat dieser Klasse eine Zulassung erhalten hat. Was das für den Vergleich der beiden Tabletten bedeutet, kannst du in unserer Gegenüberstellung der oralen GLP-1-Tabletten nachlesen.
Ein weiterer praktischer Punkt: VCT220 soll laut Hersteller keine Kühlung oder Lichtschutz beim Transport benötigen, was für den Alltag und für Reisen ein Vorteil gegenüber vielen Injektionspens wäre. Zur Frage, wie sich der Wirkstoff im Körper genau verteilt und wie hoch seine Bioverfügbarkeit ausfällt, haben die Studienautoren bisher nur qualitative Angaben gemacht: eine langsame systemische Clearance und eine verlängerte Plasmaexposition. Konkrete Halbwertszeit-Werte in Stunden sind in den bisher veröffentlichten Daten nicht genannt worden, hier fehlt also noch eine belastbare Zahl aus der öffentlich zugänglichen Literatur.
Einnahmeschema und Titration
In der Phase-2-Studie wurde die Dosis wöchentlich gesteigert, bis die Zielmenge von 80, 120 oder 160 Milligramm erreicht war. Für die 160-Milligramm-Gruppe testeten die Forschenden sogar zwei verschiedene Titrationsschemata: eine schnelle Steigerung über vier Wochen und eine langsamere über sechs Wochen.[1] Das Ergebnis war eindeutig, dazu aber gleich mehr im nächsten Abschnitt.
Die Phase-2-Studiendaten im Detail
In der randomisierten, placebokontrollierten Phase-2-Studie mit 250 Teilnehmenden in China sank das Körpergewicht nach 16 Wochen dosisabhängig zwischen 5,75 Prozent (80 mg) und 9,73 Prozent (160 mg, schnelle Titration), verglichen mit 1,61 Prozent unter Placebo. Bis zu 90 Prozent der Teilnehmenden in der höchsten Dosisgruppe erreichten mindestens 5 Prozent Gewichtsverlust.[1]
Was diese Zahlen für den Alltag bedeuten: Eine Reduktion von rund 9,7 Prozent des Körpergewichts entspricht bei einer Startperson mit 90 Kilogramm etwa 8,7 Kilogramm in 16 Wochen. Das ist ein Tempo, das in der Größenordnung dessen liegt, was viele aus der Community von Mounjaro oder Wegovy in vergleichbaren frühen Behandlungsphasen kennen, allerdings mit dem Unterschied, dass hier keine Injektion nötig war.
Gewichtsverlust nach 16 Wochen nach Dosisgruppe (Phase-2-Studie)
| Dosisgruppe | Gewichtsverlust vs. Ausgangswert | Anteil mit mind. 5 % Verlust |
|---|---|---|
| 80 mg | -5,75 % | 55,4 % |
| 120 mg | -7,42 % | 72,6 % |
| 160 mg, langsame Titration | -9,40 % | 90,3 % |
| 160 mg, schnelle Titration | -9,73 % | 77,4 % |
| Placebo | -1,61 % | 13,1 % |
Verträglichkeit und Nebenwirkungen in der Phase-2-Studie
Wie bei jedem GLP-1-Medikament standen Magen-Darm-Beschwerden ganz oben auf der Nebenwirkungsliste. Insgesamt berichteten 58,4 Prozent aller Teilnehmenden über gastrointestinale Beschwerden, in der Placebogruppe waren es 27,9 Prozent. Übelkeit reichte von 41,5 Prozent (80 mg) bis 58,1 Prozent (160 mg, schnelle Titration), Erbrechen von 13,8 bis 41,9 Prozent und Durchfall von 17,7 bis 29,0 Prozent.[1]
Kurz gesagt: Die schnelle Titration in der höchsten Dosisgruppe ging mit deutlich mehr Magen-Darm-Beschwerden einher als die langsame Steigerung, brachte aber keinen relevanten zusätzlichen Gewichtsverlust. Das deckt sich mit dem, was viele aus der Community bei Mounjaro oder Wegovy schon erlebt haben: Langsamer steigern kann sich lohnen.
Die meisten Nebenwirkungen waren leicht bis mittelschwer und traten hauptsächlich während der Dosissteigerung auf. Ein dauerhafter Abbruch wegen Nebenwirkungen betraf nur wenige Teilnehmende, schwere Vorfälle wie eine Pankreatitis oder Todesfälle traten in der Studie nicht auf.[1] Wer aktuell selbst mit Nebenwirkungen einer GLP-1-Therapie zu kämpfen hat, kann diese mit unserem GLP-1-Tagebuch dokumentieren und so leichter mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Weitere Effekte: Blutdruck, Blutfette und Blutzucker unter VCT220
Neben dem Gewicht verbesserten sich unter VCT220 auch mehrere Stoffwechselwerte messbar: Der systolische Blutdruck sank um 5,2 bis 9,7 mmHg, der diastolische um 3,8 bis 5,3 mmHg, deutlich mehr als unter Placebo. Auch der Langzeitblutzuckerwert HbA1c und der Nüchterninsulinspiegel gingen in allen VCT220-Gruppen dosisabhängig zurück, ebenso Gesamtcholesterin und Triglyceride.[1]
Was diese Nebenbefunde für Betroffene bedeuten
Diese Zahlen sind kein Nebenschauplatz, sondern für viele in der Community mindestens genauso wichtig wie die Gewichtskurve auf der Waage. Ein niedrigerer Blutdruck und bessere Blutfettwerte hängen eng mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen, auch wenn die Studie selbst keine harten kardiovaskulären Endpunkte wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle untersucht hat und solche Effekte in längeren Studien erst noch bestätigt werden müssen. Bei den Leberwerten ALT und AST zeigte sich in den höheren Dosisgruppen sogar ein Rückgang, was als Hinweis auf eine mögliche Entlastung einer Fettleber gewertet werden kann, aber ebenfalls noch in größeren Studien überprüft werden muss.[1] Unterzuckerungen waren insgesamt selten und traten bei weniger als 2 Prozent der Teilnehmenden auf, schwere Fälle wurden nicht berichtet.
Phase-3-Ergebnisse und Vergleich mit Orforglipron und der Wegovy-Pille
Im Mai 2026 meldete Vincentage Pharma erste Topline-Ergebnisse aus einer größeren Phase-3-Studie mit 840 Teilnehmenden in China. Nach 52 Wochen lag der mittlere Gewichtsverlust bei 12,2 Prozent unter 120 Milligramm und bei 12,4 Prozent unter 160 Milligramm, verglichen mit 1,3 Prozent unter Placebo.[2] Das ist ein deutlich höherer Wert als nach den 16 Wochen der Phase-2-Studie, was zeigt: Bei VCT220 scheint der Gewichtsverlust über die Zeit weiterzugehen, statt schnell ein Plateau zu erreichen.
Wie schneidet VCT220 im Vergleich zu anderen oralen GLP-1-Präparaten ab
Zum direkten Vergleich mit anderen Studien: Orforglipron erreichte in der Zulassungsstudie ATTAIN-1 nach 72 Wochen eine placebokorrigierte Gewichtsreduktion von rund 9,1 Prozent, orales Semaglutid in hoher Dosierung kam in der Studie OASIS1 nach 68 Wochen auf einen Behandlungsunterschied von etwa 12,7 Prozent gegenüber Placebo.[1] Die bisherigen VCT220-Zahlen bewegen sich also in einer ähnlichen Größenordnung, wobei diese Vergleiche zwischen unterschiedlichen Studien immer mit Vorsicht zu lesen sind, da sich Studienpopulationen und Methodik unterscheiden. Eine ausführliche Einordnung der Zulassung von Eli Lillys Präparat findest du in unserem Artikel zur FDA-Zulassung der Foundayo-Tablette, mehr zur kardiovaskulären Wirkung in unserem Beitrag zu Orforglipron und den kardiovaskulären Risikomarkern.
Auch die Verträglichkeit über 52 Wochen wurde als insgesamt mild bis moderat beschrieben, ohne dass laut Hersteller schwere Fälle von Übelkeit oder Erbrechen auftraten.[2] Wichtig dabei: Diese Angaben stammen bisher aus einer Unternehmensmitteilung und nicht aus einer vollständig veröffentlichten, peer-reviewten Studie. Bis die Detaildaten in einem Fachjournal erscheinen, sollten diese Zahlen als vorläufig behandelt werden.
Wo VCT220 auf dem Weg zur Zulassung steht
Vincentage Pharma plant, auf Basis der Phase-3-Daten in China einen Zulassungsantrag bei der nationalen Arzneimittelbehörde NMPA zu stellen. Für Europa oder Deutschland liegen noch keine konkreten Zeitpläne vor. Parallel dazu untersucht der Studienpartner Corxel Pharmaceuticals den Wirkstoff unter der Bezeichnung CX11 in eigenen Studien außerhalb Chinas, was ein möglicher Weg zu einer künftigen Zulassung in den USA oder Europa sein könnte.[2] Bis zu einer echten Marktreife hierzulande dürften also noch Jahre vergehen, ähnlich wie es bei der Wegovy-Pille bis zur Zulassung in Großbritannien und der EU gedauert hat.
Grenzen der bisherigen Studien
Die Autoren der Phase-2-Studie weisen selbst auf wichtige Einschränkungen hin: Die Teilnehmenden waren überwiegend Han-Chinesen und nach chinesischen BMI-Kriterien eingeschlossen, die sich von den in Deutschland üblichen Grenzwerten leicht unterscheiden. Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz oder stark eingeschränkter Nierenfunktion waren ausgeschlossen, und die Beobachtungszeit von 16 Wochen ist im Vergleich zu Zulassungsstudien anderer GLP-1-Präparate, die oft 52 bis 72 Wochen dauern, recht kurz.[1] Ob sich die guten Ergebnisse auf eine deutsche oder europäische Bevölkerung mit anderer Ausgangslage und anderen Begleiterkrankungen übertragen lassen, muss sich in weiteren, internationaler angelegten Studien erst noch zeigen.
Was VCT220 für die GLP-1-Community bedeuten könnte
Für alle, die aktuell mit Nadelangst, Reisen mit Kühlpens oder den Kosten einer Spritzentherapie kämpfen, ist eine gut wirksame Tablette ohne Nüchternvorgabe eine attraktive Perspektive. Gleichzeitig zeigt der Vergleich zu Orforglipron und der Wegovy-Pille: VCT220 ist nicht die einzige orale Option, die gerade durch die klinische Entwicklung geht, sondern Teil eines größeren Trends weg von der Injektion. Eine Übersicht über weitere Kandidaten in diesem Marktsegment findest du in unserem Vergleich der Elecoglipron-Tablette von AstraZeneca. Auch die schon erhältliche Foundayo-Tablette in Großbritannien zeigt, dass sich der Markt für orale GLP-1-Medikamente gerade in kurzer Zeit deutlich verändert. Für die Community bedeutet das vor allem eines: Mehr Auswahl in der Zukunft, aber auch mehr Studienlage, die man im Blick behalten muss, um eine informierte Entscheidung mit der eigenen Ärztin oder dem eigenen Arzt zu treffen.
Was noch offen ist
Mehrere Fragen sind noch nicht beantwortet: Wie sieht die Langzeitsicherheit über mehrere Jahre aus? Wie stark ist der Rebound-Effekt nach dem Absetzen? Und wie hoch werden die Kosten sein, sollte VCT220 tatsächlich zugelassen werden? Zum Vergleich, was orale GLP-1-Präparate aktuell in Deutschland kosten, lohnt sich ein Blick in unseren Beitrag zu Preis und Kosten der Wegovy-Tablette. Bis belastbare Langzeitdaten und eine tatsächliche Zulassung vorliegen, bleibt VCT220 ein vielversprechender, aber eben noch experimenteller Kandidat.
Wie du auf dem Laufenden bleibst
Studien zu neuen Wirkstoffen wie VCT220 entwickeln sich oft schneller weiter, als es einzelne Presseartikel abbilden können. Zwischen einer Topline-Meldung und der vollständigen, peer-reviewten Veröffentlichung liegen häufig mehrere Monate, in denen sich Details noch ändern können. Wer den Überblick über neue Wirkstoffe, Studienergebnisse und Zulassungsentscheidungen im GLP-1-Umfeld behalten will, findet in unserer laufenden Rubrik zu aktuellen Studien und Neuigkeiten regelmäßig Updates, etwa in unserer Übersicht der wöchentlichen GLP-1-News aus Forschung und Zulassung. Sobald weitere Details zu VCT220 veröffentlicht werden, etwa die vollständigen Phase-3-Daten oder erste Angaben zu einem möglichen Preis, aktualisieren wir diesen Artikel entsprechend.
Häufige Fragen aus der Community
Kann ich VCT220 schon irgendwo bekommen?
Nein. VCT220 ist ein Studienwirkstoff ohne Zulassung, weder in Deutschland noch in China ist er derzeit verschreibungsfähig oder legal erhältlich. Vorsicht vor Angeboten aus dem Graumarkt, die angeblich VCT220 oder CX11 enthalten sollen.
Ist eine Tablette wie VCT220 wirklich genauso wirksam wie eine Spritze?
Die bisherigen Daten deuten darauf hin, dass der Gewichtsverlust in einer ähnlichen Größenordnung wie bei manchen Injektionspräparaten liegen kann, auch wenn direkte Studienvergleiche mit Vorsicht zu lesen sind. Ob das auch im Alltag außerhalb einer kontrollierten Studie so bleibt, muss sich erst noch zeigen.
Warum dauert es so lange, bis neue GLP-1-Tabletten wie VCT220 bei uns ankommen?
Nach positiven Phase-3-Daten folgen meist noch die Zulassungsprüfung durch die jeweilige Behörde, oft zusätzliche Studien für andere Regionen sowie Verhandlungen mit Krankenkassen. Von ersten Studienergebnissen bis zur Verfügbarkeit in Apotheken vergehen bei GLP-1-Medikamenten häufig mehrere Jahre.
Quellen
- Ji, L., Gao, L., Li, B. et al. (2026): Oraler Nonpeptid-GLP-1-Rezeptor-Agonist VCT220 zur Behandlung von Fettleibigkeit, eine randomisierte, doppelblinde Phase-II-Studie. Studie in Signal Transduction and Targeted Therapy (nature.com).
- Vincentage Pharma Co., Ltd. (Mai 2026): Offizielle Pressemitteilung zu den Phase-3-Topline-Daten von VCT220. Pressemitteilung auf GlobeNewswire.
Fazit: VCT220 ist eine vielversprechende neue orale GLP-1-Tablette aus China, deren Phase-2- und ersten Phase-3-Daten einen Gewichtsverlust in einer Größenordnung zeigen, die mit etablierten Injektionstherapien mithalten kann. Eine Zulassung in Deutschland ist aber noch nicht in Sicht, und die bisherigen Langzeitdaten sind begrenzt.
Frage an die Community: Würdest du auf eine Tablette wie VCT220 umsteigen, wenn sie einmal zugelassen wäre, oder bleibst du bei deiner aktuellen Spritzentherapie? Schreib es uns in den Kommentaren.
Über den Autor
Mathias Köster | Gründer des GLP-1 Forums
Ich bin kein Arzt – sondern Patient. Seit Februar 2025 nehme ich Mounjaro, verschrieben und begleitet von meinem Diabetologen. In dieser Zeit habe ich 41 kg abgenommen und über 16 Monate direkte Therapieerfahrung gesammelt.
Aus dieser Erfahrung heraus habe ich das GLP-1 Forum gegründet – weil eine deutschsprachige Community für ehrlichen Erfahrungsaustausch fehlte.
Alle Artikel recherchiere ich anhand von Studien aus PubMed, Fachinformationen der Hersteller sowie offiziellen Quellen wie BfArM, EMA und der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die verwendeten Quellen sind am Artikelende vollständig aufgeführt und verlinkt. Inhaltliche Verantwortung liegt vollständig bei mir.
Dieses Forum ist kein medizinischer Rat. Es ist ein Ort für ehrlichen Erfahrungsaustausch – unabhängig, ohne Pharmaunternehmen im Hintergrund.
MatzeForenleitung
Über diesen Artikel
Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und dem Erfahrungsaustausch zwischen Betroffenen. Sie ersetzen keinesfalls die individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und stellen keine medizinische Diagnose, Therapieempfehlung oder Dosierungsanleitung dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Fragen zur Dosierung oder Veränderungen deiner Therapie konsultiere ausschließlich fachkundiges medizinisches Personal.
Quellen & Aktualität: Alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen sind am Artikelende mit vollständiger Quellenangabe aufgeführt und verlinkt. Die Inhalte werden bei relevanten neuen Erkenntnissen aktualisiert. Trotz sorgfältiger Recherche übernehme ich keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und dauerhafte Aktualität.
KI-Unterstützung: Dieser Beitrag sowie ein oder mehrere Bilder wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
Redaktionelle Richtlinien: Wie unsere Artikel entstehen, welche Quellen wir nutzen und wie wir KI einsetzen, erklären wir transparent in unseren Redaktionellen Richtlinien →