Die drei Arten der Thermogenese
Man kann die Thermogenese in verschiedene Komponenten unterteilen, die zum täglichen Energieverbrauch beitragen:
1. Obligate Thermogenese (Grundumsatz)
- Beschreibung: Dies ist die unwillkürliche Wärmeabgabe, die bei den lebensnotwendigen Prozessen anfällt.
- Anteil: Sie ist in den Grundumsatz integriert und macht dessen größten Teil aus.
2. Nahrungsinduzierte Thermogenese (NIT oder TEF)
Dies ist der Teil, der im Zusammenhang mit dem Gesamtumsatz am häufigsten gemeint ist.
- Definition: Die Energie, die der Körper benötigt, um die aufgenommene Nahrung zu verdauen, zu absorbieren, zu transportieren und zu verstoffwechseln.
- Anteil am Gesamtumsatz: Macht im Durchschnitt etwa 5-15 % des täglichen Energieverbrauchs aus.
Der "Kostenfaktor" der Makronährstoffe:
Die benötigte Energie für die Verdauung ist je nach Nährstoff unterschiedlich:
| Makronährstoff | Energieverbrauch für die Verstoffwechselung (ca. in %) |
|---|---|
| Protein | 20 – 30 % der zugeführten Kalorien |
| Kohlenhydrate | 5 – 10 % der zugeführten Kalorien |
| Fett | 0 – 3 % der zugeführten Kalorien |
Praxis-Beispiel: Isst du 100 kcal reines Protein, werden davon etwa 20-30 kcal sofort verbraucht, um das Protein zu verarbeiten. Bei 100 kcal reinem Fett sind es fast null. Eine proteinreiche Ernährung hat daher einen höheren thermogenen Effekt.
3. Adaptive (oder Fakultative) Thermogenese
Hierunter versteht man die variable und bedarfsabhängige Wärmeproduktion als Reaktion auf bestimmte Reize:
- Kälteeinwirkung: Der Körper erhöht die Wärmeproduktion, um die Körpertemperatur konstant zu halten.
- Zittern: Wärme wird durch Muskelkontraktionen erzeugt (Muskuläre Thermogenese).
- Nicht-Zittern: Wärme wird vor allem durch das braune Fettgewebe (BAT) erzeugt, welches darauf spezialisiert ist, chemische Energie direkt in Wärme umzuwandeln, anstatt ATP zu speichern (Biochemische Thermogenese).
Überernährung (Adaption an überschüssige Kalorien): Die Forschung deutet darauf hin, dass der Körper versucht, überschüssige Energie teilweise durch erhöhte Wärmeproduktion wieder abzugeben.
Die Rolle im Energieumsatz
Die Thermogenese spielt eine wichtige Rolle in der Gesamtenergiebilanz:
Gesamtumsatz=Grundumsatz+Leistungsumsatz+Thermogenese (NIT)
Wenn die Thermogenese, insbesondere die nahrungsinduzierte, höher ist, verbrauchst du automatisch mehr Kalorien. Sie ist daher ein Faktor, der das Gewichtsmanagement beeinflussen kann