Der Wirkstoff und die Funktionsweise
Der Wirkstoff in Saxenda heißt Liraglutid. Dieser Stoff ist ein sogenannter GLP-1-Rezeptor-Agonist. Das klingt kompliziert, funktioniert aber eigentlich ganz logisch:
- Natürliches Vorbild: Liraglutid ahmt ein körpereigenes Darmhormon (GLP-1) nach, das unser Körper normalerweise nach dem Essen ausschüttet.
- Signal an das Gehirn: Es bindet an Rezeptoren im Gehirn, die den Appetit regeln. Dadurch signalisiert es dem Körper: „Ich bin satt.“
- Magenentleerung: Es verlangsamt leicht die Entleerung des Magens, wodurch das Sättigungsgefühl länger anhält.
Das Ergebnis: Man hat weniger Hunger, weniger Heißhungerattacken und isst dadurch automatisch weniger Kalorien.
Für wen ist Saxenda gedacht?
Saxenda ist kein Lifestyle-Produkt für jemanden, der nur 2–3 Kilo für den Strandurlaub verlieren möchte. Es ist medizinisch zugelassen für Menschen mit:
- Adipositas: Einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher.
- Übergewicht: Einem BMI von 27 bis 30, wenn zusätzlich gewichtsbedingte Erkrankungen vorliegen (z. B. Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder hohe Cholesterinwerte).
Es ist auch für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, wenn bestimmte Kriterien (Gewicht über 60 kg und Adipositas) erfüllt sind.
Die Anwendung
Im Gegensatz zu einigen neueren Medikamenten (wie Wegovy), die nur einmal pro Woche gespritzt werden, muss Saxenda täglich angewendet werden.
- Der Pen: Das Medikament kommt in einem vorgefüllten Injektionspen (ähnlich wie bei Insulin).
- Die Injektion: Man spritzt es sich selbst ins Unterhautfettgewebe (meist Bauch, Oberschenkel oder Oberarm). Die Nadel ist sehr dünn und kaum spürbar.
- Einschleichen: Man beginnt mit einer sehr niedrigen Dosis und steigert diese über 5 Wochen schrittweise, bis die Erhaltungsdosis (3,0 mg) erreicht ist. Dies dient dazu, Nebenwirkungen zu minimieren.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie jedes wirksame Medikament hat auch Saxenda Nebenwirkungen. Da es auf den Magen-Darm-Trakt wirkt, treten dort die meisten Beschwerden auf:
- Sehr häufig: Übelkeit (besonders am Anfang oder bei Dosissteigerung), Durchfall oder Verstopfung.
- Häufig: Erbrechen, niedriger Blutzucker (Hypoglykämie), Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel.
- Selten, aber ernst: Gallensteine oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).
Wichtig: Die Übelkeit lässt bei den meisten Patienten nach einigen Tagen oder Wochen nach, wenn sich der Körper an das Medikament gewöhnt hat.
Was man beachten muss (Realitätscheck)
Saxenda ist kein „Wundermittel“, das Fett einfach wegschmilzt.
- Nur mit Unterstützung: Es wirkt nur effektiv in Kombination mit einer kalorienreduzierten Diät und mehr körperlicher Bewegung.
- Jo-Jo-Effekt: Studien zeigen, dass viele Patienten nach dem Absetzen des Medikaments wieder zunehmen, wenn sie ihre Lebensgewohnheiten nicht dauerhaft umgestellt haben. Der Hunger kehrt oft zurück.
- Kosten: In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für reine Abnehmmedikamente (Lifestyle-Arzneimittel) in der Regel nicht. Das bedeutet, Patienten müssen das Medikament meist selbst bezahlen (Privatrezept). Die Kosten sind beträchtlich (mehrere hundert Euro pro Monat).