Ich denke, das französische Konzept mit den recht strengen Zugangshürden ist durchaus angemessen und fair, denn wer zu diesem Personenkreis gehört, hat ja Anspruch. Ob man evtl die Vergabe ab einem BMI schon von mehr als 30 hätte ermöglichen sollen (da ja ab 30er BMI immer von krankhaftem Übergewicht gesprochen wird), wäre eventuell noch eine interessante Frage, aber mglw geht es hier dann auch doch wieder um die Gesamtkosten - Nutzen - Risikoabwägung.
In jedem Fall für die französischen Adipositas Leidensgenossen ein riesiger Schritt 

Dass das für uns in DE aber in absehbarer Zukunft irgendwas ändern wird, wage ich zu bezweifeln. Aktuell ist man ja bereits mit bestehenden Kassenleistungen auf Sparkurs und überlegt eher, was man denn als nächstes streichen oder stark einkürzen könnte (Stichworte Erhöhung Zuzahlungen, Leistungen Zahnarzt oder Vorsorgeuntersuchungen wie Hautkrebsscreening), insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass es irgendeinen relevanten Einfluss haben wird, was andere Länder machen, zumal es gefühlt eh immer nur dann um Beispiele aus anderen Ländern geht, wenn es darum geht, den deutschen Bürgern wieder etwas einzukürzen oder ganz zu streichen (gerade heute morgen erst wieder gehört, wie einer aus der Politik im Fernsehen meinte, wenn man sich die fleißigen Chinesen ansieht, wäre es im Kontext unmöglich, dass wir faulen Deutschen allen Ernstes am 8h Tag festhalten wollen 
).
Dass es im Grunde eine Schande ist, wie hier mit real kranken Menschen umgegangen wird (in vielerlei Hinsicht, aber eben auch im Bezug auf das Thema Adipositas), ich glaube, darüber sind wir uns in diesem Kreis alle einig, aber vmtl ist unsere Lobby einfach auch noch zu klein, obwohl es soviele von Adipositas betroffene Menschen gibt, aber selbst in diesem Personenkreis fehlt leider erstaunlicherweise oftmals immernoch das Bewusstsein, dass es eine Erkrankung ist, und eben kein "zu faul - zu träge - zu verfressen ohne Grund" ist, da sich viele gar nicht wirklich damit auseinandersetzen, sondern sogar selbst an das glauben, was uns allen bis vor kurzem über Generationen hinweg als unantastbare Gesetzmäßigkeit suggeriert wurde, nämlich dass es keine Krankheit, sondern Charakterschwäche ist.
Das Thema hatte ich gerade letztens irgendwo auf Social Media, ich glaube, es war sogar in der Facebook wegovy Gruppe (bevor ich glücklicherweise den Weg hierher fand), wo mehrere Leute auf meine Schilderung meines frustrierenden Gesprächs mit meinem Hausarzt noch den Arzt verteidigten, und erschreckend viele Leute (selbst Betroffene) sich dahingehend äußerten, dass sie selber nicht finden, dass die Kasse das zahlen sollte, denn wer sollte denn die ganzen Kosten stemmen, und man hätte sich ja auch selbst dahingebracht, daher wäre es ok, das auch selbst zu zahlen. Ich war über das fehlende Bewusstsein für die eigene Erkrankung wirklich ziemlich erstaunt, denn gerade diese Leute müssten es besser wissen. Von der allgemeinen öffentlichen und gesellschaftlich verbrieften Meinung mal noch ganz zu schweigen, denn dort sind "die Dicken" ja sowieso generell Freiwild für gesellschaftlich breitflächig akzeptierte Diskriminierung, da ja der Dicke selbst schuld wäre. In einer Zeit, in der alles und jeder noch so verrückte Kram komplett vogue toleriert wird, ist es nach wie vor völlig ok, Dicke zu diskreditieren, das Ganze immer schön unter dem Deckmantel der Sorge um dessen Gesundheit, aber selbst wenn sich Betroffene dann das Medikament, was hilft, besorgen, wird das mies geredet, weil man ja schließlich zu faul träge willenlos ist, um es aus eigener Kraft zu schaffen
. Spätestens an dieser Stelle wird klar, was eh klar war, niemandem dieser Leute geht oder ging es jemals um die Sorge um die Gesundheit einer fettleibigen Person, und solange es keine großflächige Unterstützung und Zustimmung in der breiten Öffentlichkeit gibt, wird sich hier sicher nix ändern.
Ich hatte ja anderer Stelle hier schonmal angeregt, ob man evtl auch dieses Forum hier nutzen könnte, um sich ein Stück weit zu organisieren, Lobby zu schaffen, politischen Druck zu verstärken, aber darauf war die Resonanz ja auch nicht wirklich spürbar (wobei mir klar ist, wir alle haben ein Leben und viel zu tun, und da nehme ich mich kein Stück aus, also alles gut
)