Beiträge von Speedqueen

    Wie immer toller Artikel 🙏
    Mag kurz Senf meiner eigenen Erfahrung zugeben ☺️

    Bevor ich vor 7 Jahren die 60kg abgenommen habe, wurde mir ebenfalls eine Insulinresistenz und Prädiabetes diagnostiziert. Metformin war schon im Gespräch, aber dann kam der Schicksalsschlag, ich drehte mein Leben und nahm ab von 140kg auf 80.

    Der Prädiabetes ist komplett verschwunden, und das blieb sogar nachhaltig so, obwohl ich in den letzten Jahren ja zuletzt wieder mit meiner Essstörung völlig aus der Bahn gekippt bin und jetzt zuletzt wieder bei 113kg angekommen war.

    Vor Behandlungsbeginn war ich dann ja beim Arzt, um checken zu lassen, ob vllt sogar schon Diabetes entstanden ist (hätte ja viel Geld sparen können 😇), aber nein, selbst 7 Jahre später und wieder ziemlich schlechter Essgewohnheiten in den letzten beiden Jahren waren meine Werte perfekt (Langzeitzucker 5,1).

    Also ja, ich kann es wirklich bestätigen, Lebensstiländerungen können sogar nachhaltig funktionieren, und Prädiabetes ist reversibel (hätte ich damals nie für möglich gehalten)

    Ich denke, das französische Konzept mit den recht strengen Zugangshürden ist durchaus angemessen und fair, denn wer zu diesem Personenkreis gehört, hat ja Anspruch. Ob man evtl die Vergabe ab einem BMI schon von mehr als 30 hätte ermöglichen sollen (da ja ab 30er BMI immer von krankhaftem Übergewicht gesprochen wird), wäre eventuell noch eine interessante Frage, aber mglw geht es hier dann auch doch wieder um die Gesamtkosten - Nutzen - Risikoabwägung.

    In jedem Fall für die französischen Adipositas Leidensgenossen ein riesiger Schritt :thumbup::thumbup:

    Dass das für uns in DE aber in absehbarer Zukunft irgendwas ändern wird, wage ich zu bezweifeln. Aktuell ist man ja bereits mit bestehenden Kassenleistungen auf Sparkurs und überlegt eher, was man denn als nächstes streichen oder stark einkürzen könnte (Stichworte Erhöhung Zuzahlungen, Leistungen Zahnarzt oder Vorsorgeuntersuchungen wie Hautkrebsscreening), insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass es irgendeinen relevanten Einfluss haben wird, was andere Länder machen, zumal es gefühlt eh immer nur dann um Beispiele aus anderen Ländern geht, wenn es darum geht, den deutschen Bürgern wieder etwas einzukürzen oder ganz zu streichen (gerade heute morgen erst wieder gehört, wie einer aus der Politik im Fernsehen meinte, wenn man sich die fleißigen Chinesen ansieht, wäre es im Kontext unmöglich, dass wir faulen Deutschen allen Ernstes am 8h Tag festhalten wollen :cursing::thumbdown:).

    Dass es im Grunde eine Schande ist, wie hier mit real kranken Menschen umgegangen wird (in vielerlei Hinsicht, aber eben auch im Bezug auf das Thema Adipositas), ich glaube, darüber sind wir uns in diesem Kreis alle einig, aber vmtl ist unsere Lobby einfach auch noch zu klein, obwohl es soviele von Adipositas betroffene Menschen gibt, aber selbst in diesem Personenkreis fehlt leider erstaunlicherweise oftmals immernoch das Bewusstsein, dass es eine Erkrankung ist, und eben kein "zu faul - zu träge - zu verfressen ohne Grund" ist, da sich viele gar nicht wirklich damit auseinandersetzen, sondern sogar selbst an das glauben, was uns allen bis vor kurzem über Generationen hinweg als unantastbare Gesetzmäßigkeit suggeriert wurde, nämlich dass es keine Krankheit, sondern Charakterschwäche ist.

    Das Thema hatte ich gerade letztens irgendwo auf Social Media, ich glaube, es war sogar in der Facebook wegovy Gruppe (bevor ich glücklicherweise den Weg hierher fand), wo mehrere Leute auf meine Schilderung meines frustrierenden Gesprächs mit meinem Hausarzt noch den Arzt verteidigten, und erschreckend viele Leute (selbst Betroffene) sich dahingehend äußerten, dass sie selber nicht finden, dass die Kasse das zahlen sollte, denn wer sollte denn die ganzen Kosten stemmen, und man hätte sich ja auch selbst dahingebracht, daher wäre es ok, das auch selbst zu zahlen. Ich war über das fehlende Bewusstsein für die eigene Erkrankung wirklich ziemlich erstaunt, denn gerade diese Leute müssten es besser wissen. Von der allgemeinen öffentlichen und gesellschaftlich verbrieften Meinung mal noch ganz zu schweigen, denn dort sind "die Dicken" ja sowieso generell Freiwild für gesellschaftlich breitflächig akzeptierte Diskriminierung, da ja der Dicke selbst schuld wäre. In einer Zeit, in der alles und jeder noch so verrückte Kram komplett vogue toleriert wird, ist es nach wie vor völlig ok, Dicke zu diskreditieren, das Ganze immer schön unter dem Deckmantel der Sorge um dessen Gesundheit, aber selbst wenn sich Betroffene dann das Medikament, was hilft, besorgen, wird das mies geredet, weil man ja schließlich zu faul träge willenlos ist, um es aus eigener Kraft zu schaffen :rolleyes:. Spätestens an dieser Stelle wird klar, was eh klar war, niemandem dieser Leute geht oder ging es jemals um die Sorge um die Gesundheit einer fettleibigen Person, und solange es keine großflächige Unterstützung und Zustimmung in der breiten Öffentlichkeit gibt, wird sich hier sicher nix ändern.

    Ich hatte ja anderer Stelle hier schonmal angeregt, ob man evtl auch dieses Forum hier nutzen könnte, um sich ein Stück weit zu organisieren, Lobby zu schaffen, politischen Druck zu verstärken, aber darauf war die Resonanz ja auch nicht wirklich spürbar (wobei mir klar ist, wir alle haben ein Leben und viel zu tun, und da nehme ich mich kein Stück aus, also alles gut :saint:)

    Matze ich finde es extrem cool, dass du dieses Thema mit dem wie üblich tollen Artikel aufgreifst. Danke dafür 🙏

    Und ja, es ist in der Tat etwas paradox, denn mein Leben lang drehte sich in meinem Hirn alles um Essen oder eben das Vermeiden von Essen - latent und oft auch priorisiert in Dauerschleife.

    Jetzt ist der Foodnoise an vielen Tagen sehr leise, manchmal sogar völlig weg, aber die jahrelangen (teilweise auch liebgewonnenen) Gewohnheiten, die man immer mit Essen verknüpft hat, die Muster also, sind noch vorhanden, und so kommt es in bestimmten Situationen oder Überlegungen vor, dass man sich auf etwas freut, was aber früher immer irgendwie mit Essen verknüpft war (zb bestimmte Treffen in Restaurants, Urlaube und dort bestimmte Orte, oder aktuell in den Sommermonaten unser Kleingarten, Stichwort Grillen usw), und dann passt das Muster nicht mehr mit der Realität zusammen. Plötzlich empfindet man fast eine gewisse Leere bzw hat man dann auf das Ganze keine Lust mehr, wenn man dann jetzt "eh nicht mehr essen" kann, kann man es eigtl auch direkt ganz lassen.

    Oftmals denkt mein Hirn daher auch nach wie vor noch an Essen zu bestimmten Verknüpfungen, zb im Büro bestimmte Uhrzeit usw, und anfangs musste ich erstmal realisieren, dieses Denken in früheren Mustern von echtem Foodnoise, wie er früher war, zu unterscheiden, denn es ist ein signifikanter Unterschied, ob es wirklich um Essen geht oder eben nur die Verknüpfung des alten Musters.

    Dass mich das depressiv macht, würde ich nicht sagen, es ist eine völlig neue Erfahrung, zumal bei jeder früheren Diät selbst in erfolgreichen Phasen die Dauerschleife im Kopf ja trotzdem immer da war, selbst wenn man eine zeitlang gut widerstanden hat.

    Um die alten Verknüpfungen zu lösen, braucht es wiederum Zeit, die man sich geben darf, immerhin waren die Muster jahrzehntelang aktiv, und dass sie neuerdings ins Leere laufen, muss das Hirn halt wirklich erstmal verstehen (genau wie im Artikel beschrieben).

    Die Chance ist, neue Verknüpfunge zu etablieren und die Leere zu füllen, und ich für mich bin sehr dankbar dafür 🙂

    Ja, ich weiß, dass Psychotherapie allein für viele von uns nicht das erhoffte Ergebnis bringt. Ich habe sie trotzdem in meinen Beitrag aufgenommen, weil der Artikel seriös bleiben sollte – und weil Ärzte und Krankenkassen sich an die deutsche S3-Leitlinie zur Binge-Eating-Störung (AWMF) halten.

    Die Leitlinie empfiehlt kurz zusammengefasst:

    • Psychotherapie als erste Wahl, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
    • Keine reine Diätbehandlung ohne psychotherapeutische Begleitung
    • Mitbehandlung von Begleiterkrankungen wie Depression, Angst oder Adipositas

    Von GLP-1-Agonisten steht dort natürlich nichts – und das hat einen simplen Grund: Es gibt in Deutschland keine Zulassung für diese Indikation. Willkommen in Deutschland.

    Dabei steckt in diesen Medikamenten, wie Semaglutid und Tirzepatid so viel Potenzial – nicht nur für Gewichtsreduktion, sondern möglicherweise direkt auf die Sucht- und Impulskontrollmechanismen, die bei Binge-Eating eine zentrale Rolle spielen. Es wird langsam Zeit, dass Krankenkassen, Ärzte und auch die WHO das ernsthaft aufgreifen und bestehende Leitlinien überarbeiten. Die Studienlage wächst, die Betroffenen sind da – es fehlt noch der breite institutionelle Rückenwind.

    Sehe ich genauso (dass das endlich in den Fokus gehört, und, insbesondere wenn der Adipositas eine BES oder generell suchthafte Essstörung zugrundeliegt, eben hier keine Rede von einem "Lifestylemedikament" sein kann)...

    Dass du es mit in den Artikel aufgenommen hast, sollte auch keine Kritik sein, tatsächlich gehört es ja aktuell der Vollständigkeit halber erwähnt, ich wollte dennoch anmerken, dass das für viele Betroffene eher ein Hohn ist (nicht, dass du es aufgenommen hast, sondern dass dies nach wie vor als der Goldstandard gehandelt wird 😅)

    Wie immer ein sehr schöner und interessanter Artikel 👍🙂

    Zwei Anmerkungen aus eigener Erfahrung:

    Nicht jeder Mensch mit diagnostizierter Adipositas hat auch zwingend eine BES (Binge-Eating-Störung), aber BES ist in sehr vielen Fällen die Ursache einer Adipositas, weswegen zumindest den vielen Patienten, die von beidem betroffen sind, mittels Verschreibung geholfen werden kann (gottseidank).

    Zum Thema Goldstandard Psychotherapie musste ich leider lachen, denn was die Spritze innerhalb der ersten Anwendung geschafft hat (das Unterdrücken der permanenten Zwangsgedanken an Essen und somit Rückgewinn der Kontrolle über das eigene Essverhalten) konnte kein therapeutischer Ansatz innerhalb der letzten 35 Jahre jemals schaffen 🤷‍♀️. Dabei ist natürlich klar, dass das Medikament nicht die zugrundeliegende Ursache ansich auflöst, aber ähnlich dem Ansatz der Verhaltenstherapie, dass es manchmal nicht wichtig ist, die Ursache abzustellen, sondern eben dauerhaft sein Verhalten dahingehend anzupassen, um den Leidensdruck zu lindern, ist die Spritze eben auch ohne begleitende Psychotherapie hochwirksam, sodass es in meinen Augen fragwürdig erscheint, wozu man weitere Therapie machen sollte, wenn die Ergebnisse auch ohne Therapie wesentlich effizienter sind als alle früheren Maßnahmen.

    Ich weiß, Therapeuten glauben immer, dass man alles damit in den Griff bekommen kann, meine persönlichen Erfahrungen sind andere, und insbesondere unter dem Hintergrund, dass bei BES bzw Adipositas bei vielen Menschen bestimmte Hirnareale real dysreguliert sind, glaube ich, dass eine konventionelle Therapie wohl nicht zwingend weiterhin empfohlen werden sollte. Das ist wie bei vielen angeblich psychosomastischen Sachen, wo es immer hieß, wenn die Medizin nichts findet, dann muss es wohl an der Psyche liegen, aber ganz oft ist es eben doch nicht so simpel und bei realen physischen Ursachen nicht mit einer Therapie getan.

    Ich kenne zb jemanden in meinem direkten Umfeld, hat im Februar mit der Mounjaro Behandlung begonnen und ist bereits jetzt bei 10mg. Alle 2 - 3 Wochen nach Dosiserhöhung verliert sich bisher wieder rapide schnell der Effekt, und somit wird gemäß Herstellervorgabe erhöht.

    In diesem Fall ist es eine Kassenleistung, sodass die Kosten hier aktuell keine Rolle spielen, aber vmtl wird es wirklich einige Leute geben, wo es so läuft und eben die Dosis in kurzen Abständen angepasst werden müsste (wo wir dann wieder dabei sind, dass nicht jeder sich das leisten kann).

    Die Person aus meinem Umfeld hat dennoch bereits 13kg angenommen, also insoweit schlägt es durchaus an, aber das wäre vllt nicht so, wenn aufgrund der hohen Kosten diese notwendigen Erhöhungen nicht realisierbar wären

    Essen als Genuss sollte nicht einfach durch sein. Ich mag auch so einiges nicht mehr. Dafür mag ich jetzt aber andere Sachen.

    Das beobachte ich zurzeit auch und finde es extrem spannend.

    Solange ich zb denken kann, konnte man mich mit Tomaten jagen, fand ich echt super widerlich. Seit einigen Tagen verspüre ich fast schon ein Verlangen danach. Das ist total krass 👍😅. Gerade gab's zum Abend einen großen Teller voll Tomaten und Gurke, dazu etwas Lachs und 1 Scheibe Kürbiskernbrot. Alles war mega lecker und ich hab das voll genossen. Vor 6 Wochen? Wäre an so ein Essen nicht im Traum zu denken gewesen, das hätte mich komplett unbefriedigt gelassen und ich wäre vmtl super unruhig geblieben. Echt kaum zu fassen 🙏

    Hingegen kam ich früher an keinem Bäcker vorbei, wenn ich morgens irgendwo den frischen Backduft gerochen habe, war ich sofort verloren. Aktuell gehe ich am Bäcker vorbei, nehme den Duft auch wahr, stößt mich auch nicht ab, aber triggert mich momentan kein bisschen, das ist komplett verrückt.

    Marmelade kam bei mir früher auf Käse und gehörte eigtl täglich zu meinem Essen. Ich habe seit Beginn keinen einzigen Klecks Marmelade essen wollen, der Gedanke ekelt mich nicht, aber ich habe absolut kein Bedürfnis danach.

    Es ist komplett verrückt und ich bin soooo happy, weil ich mich zurzeit echt frei fühle. Frei von meinen Dämonen. Das ist ein totales Wunder für mich und ich genieße das momentan in vollen Zügen 🙂

    Ich nehme Wegovy schon seit 9 Monaten, aber die Nebenwirkungen werden seitc3 Monaten stärker. Und das obwohl ich die ganze Zeit bei o,25 bin. Der Artikel hat mir in seiner Zusammenstellung gerade mal wieder klar gemacht, was los ist und wie ich darauf reagieren kann. Und das die Reaktion durchaus normal ist.

    Darf ich fragen, welche Nebenwirkungen du meinst, die seit 3 Monaten trotz konstanter Dosis stärker werden und welche Zusammenhänge du aus dem zugrundeliegenden Artikel ziehen konntest?

    Es gibt übrigens noch einen Grund für langsamere Abnahme mit der Zeit ist bzw wieso es irgendwann - trotz Konsequenz - stagnieren kann, und das ist ebenfalls unabhängig davon, ob man ein GLP1 Medikament nutzt:

    Wenn man sehr viel abgenommen hat, ist es eher nicht so, dass der Körper sich an die geringere Kalorienzufuhr gewöhnt und die Zufuhr runterschraubt, sondern das Defizit wlrd einfach immer kleiner, da der Grundumsatz immer weiter sinkt, je mehr Gewicht man verliert. Hier mal an einem Beispiel und ohne Berücksichtigung von Schwankungen durch erhöhten Leistungsumsatz, sondern bei einigermaßen konstanten Bedingungen während der gesamten Abnahme:

    Wenn man zb bei 145kg einen Grundumsatz von ca. 2.150kcal hat und zb ab Beginn der Diät oder Umstellung etc 1.500kcal isst, dann hat man ein Defizit von 650kcal.

    Mit 80kg Gewicht beträgt der Grundumsatz dann dann nur noch um die 1.500kcal, das Defizit ist also jetzt sozusagen weg. Logisch also, dass es im Verlauf immer langsamer geht, da sich das Defizit ja kontinuierlich verringert, je mehr man abnimmt, und irgendwann (wenn das Gewicht auf dem Punkt ist, wo es mit dem Grundumsatz bei der täglichen Kalorienzufuhr auf Level ist), ist das Defizit weg und man nimmt nicht weiter ab.

    In diesem Zusammenhang halte ich persönlich auch den so genannten Hungerstoffwechsel (unter normalen Bedingungen) eher für einen Mythos.

    Um weiter wie gewohnt abzunehmen, müsste man also mit sinkendem Grundumsatz immer weniger essen, um das Defizit konstant zu halten oder durch Sport / Bewegung / Aktivität den Leistungsumsatz kompensieren zu steigern.

    Oder aber, im Idealfall ist man zu dem Zeitpunkt, wo das Defizit nicht mehr da ist, da man den Grundumsatz erreicht hat, tatsächlich im Normalgewicht oder einem akzeptablen Bereich angekommen und muss gar nicht weiter abnehmen. Im Bestfall kann man dann so weitermachen, um das Erreichte zu halten, wobei jeder von uns Langzeitkämpfern ja weiß, dass hier dann der eigentliche Kampf beginnt.

    Ich für mich hoffe und bete daher, dass die GLP1 Medikamente zumindest einigermaßen ihre Foodnoise unterdrückende Wirkung behalten, sodass es diesmal endlich gelingt, den hart erkämpften Erfolg auch auf Dauer zu halten 💪

    Mir sind die Daten trotzdem nicht ganz klar, unabhängig von Mounjaro oder wegovy.

    Wenn man (ob nun dank der Spritze oder auch ohne) konsequent das individuell korrekte Kaloriendefizit einhält, wieso sollte dann nach durchschnittlich 15% bzw 20% Verlust Schluss mit der Abnahme sein?

    Hatten die Studienteilnehmer im Schnitt "nur" 15 - 20% Übergewicht und waren dann im Normalgewicht, sodass eine weitere Abnahme nicht mehr passierte? Oder meinen die, dass die Verluste ohne Änderung der Essgewohnheiten erzielt werden konnten?

    Wenn ich mich selbst mal als Beispiel nehme: bei meiner letzten großen Abnahme vor ein paar Jahren startete ich mit 145kg und nahm auf 80kg ab (ohne Spritze). Ich reduzierte damals also um mehr als 40%.

    Wieso also sollte mithilfe der Spritzen eher Schluss sein, vorausgesetzt, man bleibt wie gesagt konsequent im Defizit?

    Ich glaube daher eher, dass es am Ende vllt weniger auf den Wirkstoff ankommt als darauf, dass man konsequent die Ernährung umstellt und sich dran hält. Solange man das mithilfe eines der Medikamente schafft, ist es meiner Meinung nach eher unerheblich, was die Studien sagen, also für den Einzelfall.

    OP's werden langfristig leider eher bezahlt von der GKV als Alternativen.

    Mein Sohn leidet an einer sehr seltenen Augenkrankheit (Keratokonus). Das Verfahren (Crosslinking) zum "stoppen" mussten wir aus eigener Tasche bezahlen. Eine Nichtbehandlung führt zu 95 % zu einer Hornhauttransplantation. Die wird wiederum von der GKV übernommen.

    Das tut mir leid für deinen Sohn 🍀

    Und ja, diese "Politik" der Kassen ist ein Irrsinn, dass man immer erst die Leistungen erhält, wenn eine Erkrankung bereits manifest ist, während die Prävention nicht unterstützt wird. Das ist ja mit den GLP1 Medikamenten dasselbe (sobald du Diabetes hast, wird es bezahlt, aber zur Vermeidung, selbst wenn es hochgradige Risikofaktoren wie eben Adipositas, Insulinresistenz usw gibt, guckt man in die Röhre und darf schlimmstenfalls "warten", bis es soweit ist, dass der Diabetes dann wirklich da ist 😠)

    Und auch wenn ich die Meinung nicht teile, so kann ich die Ansicht ein Stück weit verstehen. Wäre ich mein Leben lang normalgewichtig gewesen, würde dann aber stattdessen mitkriegen, was die GKV ebenfalls so alles mögliche nicht zahlt, würde ich wahrscheinlich auch nicht für unterschreiben

    ...und genau deshalb müssen wir "lauter" werden.

    Du hast völlig recht damit, dass das Bild in der breiten Öffentlichkeit noch immer sehr verzerrt ist, und ja, natürlich ist es schwer für Nichtbetroffene, ein komplexes Krankheitsbild nachvollziehen zu können, insbesondere, da jahrzehntelang überall der Irrglaube verbreitet war, dass es nur an der Disziplinlosigkeit und somit in der Verantwortung des Einzelnen läge. Inzwischen sind die Studienlagen ja sehr deutlich und es ist bewiesen, dass es so einfach eben nicht ist, zumal Stoffwechselprozesse wirklich individuell sehr verschieden zu sein scheinen.

    Naja an die Wirksamkeit von Petitionen glaube ich nur bedingt, das bringt in den meisten Fällen leider nix 😒

    Die Interventionen von Adipositasverbänden klingt da schon sinnvoller, aber vmtl müsste eine größere Lobby sich durch alle Instanzen klagen, was Zeit und vor allem Geld kosten würde.

    Dennoch finde ich, sollte die aktuelle Einstufung nicht hingenommen werden, zumal die Studienlage eindeutig die Wirksamkeit und Nutzen auf so vielen Ebenen belegt 😏

    Sollten wir uns hier vllt mal überlegen, was wir dagegen tun könnten?

    Ich finde diesen Widerspruch unerträglich, dass Adipositas eine anerkannte Erkrankung ist, dass die Medikamente ausdrücklich zur Behandlung zugelassen sind, dass wir ein so wirksames Medikament aber dennoch selbst zahlen sollen? Wie kann sowas denn sein?

    Es muss doch auch eine Lobby geben, die unsere Interessen vertritt, und falls nicht, wird es nicht Zeit, uns zu organisieren?

Disclaimer

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