Typisch für PCOS ist ein Ungleichgewicht der Hormone. Viele Betroffene produzieren vermehrt männliche Geschlechtshormone (Androgene), was zu verschiedenen Beschwerden führen kann.
Häufige Symptome sind:
- Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
- Unerfüllter Kinderwunsch
- Übergewicht oder Adipositas
- Insulinresistenz
- Akne
- Verstärkte Körperbehaarung (Hirsutismus)
- Haarausfall nach männlichem Muster
Nicht jede Frau mit PCOS hat alle diese Symptome. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein.
Ein wichtiger Bestandteil der Erkrankung ist häufig die Insulinresistenz. Dabei reagieren die Körperzellen schlechter auf Insulin, wodurch der Körper mehr Insulin produzieren muss. Der dauerhaft erhöhte Insulinspiegel kann die Hormonproduktion zusätzlich beeinflussen und die Beschwerden verstärken. Gleichzeitig steigt das Risiko für Prädiabetes, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Bereits eine moderate Gewichtsabnahme von etwa 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts kann den Hormonhaushalt verbessern, den Zyklus regulieren und die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen.
In den letzten Jahren haben GLP-1-Rezeptoragonisten wie Wegovy sowie der GIP/GLP-1-Dualagonist Mounjarozunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie sind zwar nicht speziell zur Behandlung von PCOS zugelassen, können aber bei Frauen mit Adipositas oder Diabetes Typ 2 im Rahmen der zugelassenen Indikationen eingesetzt werden. Studien zeigen, dass die Gewichtsabnahme und die Verbesserung der Insulinresistenz auch viele PCOS-Beschwerden positiv beeinflussen können.
Die Behandlung des PCOS richtet sich immer nach den individuellen Beschwerden und Lebenszielen. Je nach Situation kommen Änderungen des Lebensstils, Medikamente zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, hormonelle Therapien oder Maßnahmen bei Kinderwunsch infrage.