Die Bestimmung des C-Peptids hilft Ärztinnen und Ärzten dabei, die Funktion der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zu beurteilen. Besonders wichtig ist der Wert bei der Diagnose verschiedener Diabetesformen.
Ein niedriger C-Peptid-Wert spricht dafür, dass die Bauchspeicheldrüse nur noch wenig oder gar kein Insulin produziert. Dies ist typisch für:
- Diabetes Typ 1
- LADA
- Fortgeschrittene Stadien eines Diabetes Typ 2
Ein normaler oder erhöhter C-Peptid-Wert zeigt dagegen, dass der Körper noch eigenes Insulin bildet. Dies findet sich häufig bei:
Die Messung erfolgt über eine Blutprobe. Je nach Fragestellung wird das C-Peptid nüchtern oder nach einer Mahlzeit beziehungsweise nach einer gezielten Stimulation bestimmt.
Da gespritztes Insulin kein C-Peptid enthält, eignet sich dieser Laborwert besonders gut, um die körpereigene Insulinproduktion auch bei Menschen zu beurteilen, die bereits eine Insulintherapie erhalten.
Die Ergebnisse helfen dabei, die passende Behandlung auszuwählen. Während Menschen mit einem sehr niedrigen C-Peptid meist auf eine Insulintherapie angewiesen sind, können bei einer noch ausreichenden Eigenproduktion häufig zunächst andere Medikamente eingesetzt werden.
Auch moderne Medikamente wie GLP-1-Rezeptoragonisten oder GIP/GLP-1-Dualagonisten benötigen eine zumindest teilweise vorhandene Insulinproduktion, um ihre blutzuckersenkende Wirkung optimal entfalten zu können. Deshalb kann der C-Peptid-Wert auch bei Therapieentscheidungen eine wichtige Rolle spielen.
Der C-Peptid-Wert sollte jedoch immer gemeinsam mit anderen Laborwerten wie dem HbA1c, den Blutzuckerwerten und gegebenenfalls Autoantikörpern beurteilt werden. Erst das Gesamtbild ermöglicht eine sichere Diagnose.