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  • Retatrutid Zugangsprogramm: Diese vier Kriterien entscheiden vor der FDA-Zulassung

    • Matze
    • 7. August 2026 um 07:32
    • 83 Mal gelesen
    • 0 Antworten
    • Zuletzt aktualisiert: 7. August 2026 um 07:32
    Retatrutid Zugangsprogramm Illustration mit Waage, Spritze und Zeitleiste vor FDA-Zulassung
    Eli Lilly lässt seit dem 3. August 2026 ausgewählte Patientinnen und Patienten schon vor der FDA-Zulassung an Retatrutid herankommen – allerdings nur, wenn gleich vier medizinische Kriterien gleichzeitig erfüllt sind. Wer wissen will, ob das für die eigene Situation überhaupt realistisch ist, findet hier die Kriterien, den Ablauf und die aktuellen Studiendaten im Überblick.
    Lesezeit: 11 Minuten
    🔄 Zuletzt aktualisiert: August 2026 – Dieser Artikel bezieht sich auf die offizielle Bestätigung von Eli Lilly vom 3. August 2026 sowie auf die Phase-3-Daten aus Juli 2026.

    Seit dem 3. August 2026 gibt es ein offizielles Retatrutid-Zugangsprogramm von Eli Lilly, über das ausgewählte Patientinnen und Patienten das Medikament schon vor der FDA-Zulassung erhalten können. Wer die vier medizinischen Kriterien erfüllt und keinen Platz in einer laufenden Studie findet, kann über die behandelnde Praxis einen Antrag stellen – die Chancen darauf sind allerdings deutlich kleiner, als es die Schlagzeilen vermuten lassen.

    ⚠️ Wichtiger medizinischer Hinweis

    Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Einschätzung durch deine Ärztin oder deinen Arzt darüber, ob du für das Zugangsprogramm infrage kommst oder wie ein Antrag konkret gestellt wird.

    Sprich mögliche Anträge, laufende Therapien und den Umgang mit deinen Begleiterkrankungen immer zuerst mit deiner behandelnden Fachärztin oder deinem Facharzt ab.

    📌 Auf einen Blick

    • Eli Lilly hat am 3. August 2026 ein formales Zugangsprogramm für Retatrutid vor der FDA-Zulassung bestätigt.
    • Es gelten vier Kriterien gleichzeitig, unter anderem ein BMI ab 35 trotz ausgereizter Standardtherapie.
    • Die FDA-Zulassung selbst wird nicht vor 2027 erwartet, der Zulassungsantrag ist erst für Anfang 2027 geplant.
    • In den Zulassungsstudien TRIUMPH-2 und TRIUMPH-3 verloren Teilnehmende unter der höchsten Dosis 20,8 beziehungsweise 22,6 Prozent Körpergewicht in 80 Wochen.
    • Das Programm bleibt auf eine kleine Gruppe begrenzt – eine breite Verfügbarkeit ist damit nicht verbunden.
    📑 Inhaltsverzeichnis▼
    1. Retatrutid-Zugangsprogramm: Wer vor der Zulassung Zugang bekommt
    2. Warum Eli Lilly das Programm erst jetzt öffentlich bestätigt hat
    3. Was Retatrutid so gefragt macht: die TRIUMPH-Studiendaten
    4. Was das für dich bedeutet, wenn du nicht ins Zugangsprogramm passt
    5. Häufige Fragen aus der Community
    6. Quellen

    Retatrutid-Zugangsprogramm: Wer vor der Zulassung Zugang bekommt

    Das Retatrutid-Zugangsprogramm erlaubt behandelnden Ärztinnen und Ärzten, für einzelne Patientinnen und Patienten einen Antrag auf vorzeitigen Zugang zu stellen. Voraussetzung sind vier medizinische Kriterien gleichzeitig – darunter ein BMI ab 35 trotz ausgereizter Standardtherapie und mindestens zwei schwere Begleiterkrankungen. Für die meisten Menschen mit Adipositas bleibt der Zugang damit die Ausnahme, nicht die Regel.

    Bekannt wurde das Programm, weil Eli Lilly es am 3. August 2026 gegenüber Medien offiziell bestätigt hat[2]. Vorausgegangen war ein einzelner Fall: Bereits im April 2026 hatte eine behandelnde Klinik in den USA für einen 79-jährigen Patienten mit Adipositas und schweren Begleiterkrankungen einen Antrag über den sogenannten Compassionate-Use-Weg der US-Arzneimittelbehörde FDA gestellt – und Zugang erhalten. Erst als daraufhin mehrere weitere Praxen anfragten, machte Lilly aus dem Einzelfall ein offizielles, aber eng begrenztes Programm.

    Diese vier Kriterien musst du erfüllen

    Laut Lilly müssen alle vier Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein, damit eine Praxis überhaupt einen Antrag einreichen kann[2]:

    • Refraktäre Adipositas: ein BMI von mindestens 35 trotz Verträglichkeit und Anwendung der höchsten zugelassenen Dosis einer bestehenden Gewichtsmanagement-Therapie.
    • Mindestens zwei schwere oder lebensbedrohliche Folgeerkrankungen der Adipositas, die aktuell ärztlich behandelt werden.
    • Keine realistische Möglichkeit, an einer laufenden klinischen Studie mit Retatrutid oder einem vergleichbaren Wirkstoff teilzunehmen.
    • Alle Standardbehandlungsoptionen – einschließlich einer bariatrischen Operation – müssen bereits besprochen worden sein.

    So läuft ein Antrag in der Praxis ab

    Der Antrag läuft nicht über dich selbst, sondern über deine behandelnde Praxis: Sie stellt die medizinischen Unterlagen zusammen und reicht die Anfrage bei Lilly ein. Das Unternehmen prüft anschließend, ob alle vier Kriterien erfüllt sind – ein rechtlicher Anspruch auf Zustimmung besteht dabei nicht[2]. Die Wartezeiten auf eine Rückmeldung waren in den ersten Wochen unterschiedlich lang, was in der Ärzteschaft für Kritik sorgte. Wenn du ohnehin regelmäßig das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über neue GLP-1-Medikamente suchst, ist das Zugangsprogramm ein guter Anlass, das Thema aktiv anzusprechen.

    Was Compassionate Use überhaupt bedeutet

    Der Fachbegriff hinter dem Zugangsprogramm heißt Compassionate Use, auf Deutsch etwa "Härtefall-Zugang". Gemeint ist ein Weg, über den die FDA schwer kranken Menschen den Zugang zu einem Medikament erlaubt, das noch mitten im Zulassungsverfahren steckt. Das unterscheidet den Weg klar von einer klinischen Studie: Es gibt kein festes Studienprotokoll, keine Placebo-Gruppe und keine standardisierte Nachbeobachtung, sondern eine individuelle Entscheidung für einen einzelnen Menschen. Wichtig zu verstehen: Die FDA genehmigt nach eigenen Angaben fast alle eingehenden Anträge auf diesem Weg – die eigentliche Hürde liegt beim Hersteller, der das Medikament überhaupt erst zur Verfügung stellen muss. Genau das erklärt, warum Lilly und nicht die Behörde über die vier Kriterien entscheidet, wer am Ende tatsächlich Zugang bekommt.

    Warum Eli Lilly das Programm erst jetzt öffentlich bestätigt hat

    Bis Anfang August 2026 hatte Lilly kaum öffentlich über Details zum Compassionate-Use-Zugang zu Retatrutid gesprochen. Das änderte sich, nachdem mehrere Fachärztinnen und Fachärzte berichteten, dass sie auf eigene Anträge für Patientinnen und Patienten mit vergleichbar schweren Verläufen wochenlang keine Antwort erhalten hatten[2]. Der öffentliche Druck, ausgelöst durch den bekannt gewordenen Einzelfall, führte letztlich zu mehr Transparenz über Kriterien und Ablauf.

    Der Fall, der alles ins Rollen brachte

    Im April 2026 erhielt ein 79-jähriger Patient mit Adipositas, obstruktiver Schlafapnoe und Lungenhochdruck Zugang zu Retatrutid, noch bevor überhaupt ein offizielles Programm existierte. Öffentlich bekannt wurde der Fall erst Wochen später und löste in der Fachwelt Diskussionen darüber aus, nach welchen Kriterien Lilly einzelnen Patientinnen und Patienten Zugang gewährt – und warum andere trotz ähnlich schwerer Erkrankung zunächst leer ausgingen.

    Geteiltes Echo aus der Ärzteschaft

    Nicht alle Fachleute sehen das Programm unkritisch. Befürworterinnen betonen, dass ein zusätzlicher Wirkmechanismus gerade Menschen helfen könnte, die auf bisherige Therapien nicht ausreichend ansprechen. Kritischere Stimmen verweisen darauf, dass die Sicherheitsdaten zu Retatrutid aus den laufenden Studien noch nicht vollständig veröffentlicht sind und eine Anwendung außerhalb einer engmaschig überwachten Studie deshalb sorgfältig abgewogen werden sollte[2]. Diese Zurückhaltung passt zu einem Muster, das viele aus der Community kennen: Neue Wirkstoffe wecken große Hoffnungen, bevor die vollständigen Daten überhaupt vorliegen.

    Warum die vier Kriterien in der Praxis so eng wirken

    Aus Sicht mancher Fachärztinnen und Fachärzte sind die Kriterien bewusst streng gehalten, um die Zahl der Anträge überschaubar zu halten[2]. Wer die Voraussetzungen erfüllt, profitiert im besten Fall von einem zusätzlichen Wirkmechanismus, wenn bisherige Therapien nicht ausreichend gewirkt haben. Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass allein die Kombination aus zwei dokumentierten schweren Komplikationen und einer bereits ausgereizten Standardtherapie schon eine hohe Hürde darstellt, die in der Breite der Adipositas-Bevölkerung nur wenige Menschen tatsächlich erreichen. Das erklärt auch, warum trotz der öffentlichen Aufmerksamkeit rund um den Programmstart keine massenhafte Antragswelle zu erwarten ist.

    Kurz gesagt: Das Zugangsprogramm ist keine Vorab-Zulassung, sondern eine eng begrenzte Ausnahme für Einzelfälle mit besonders schwerem Verlauf – für die überwiegende Mehrheit der Menschen mit Adipositas ändert sich dadurch vorerst nichts.

    Was Retatrutid so gefragt macht: die TRIUMPH-Studiendaten

    In den Zulassungsstudien TRIUMPH-2 und TRIUMPH-3 verloren Teilnehmende unter der höchsten Dosis von Retatrutid im Schnitt 20,8 beziehungsweise 22,6 Prozent ihres Körpergewichts innerhalb von 80 Wochen. Das sind aktuell die stärksten Werte, die für ein Adipositas-Medikament in großen Phase-3-Studien berichtet wurden – ein wichtiger Grund, warum die Nachfrage nach vorzeitigem Zugang so hoch ist.

    Schon unsere erste Einordnung, als Lilly frühe Daten mit bis zu 28 Prozent Gewichtsverlust in früheren Studienphasen vorstellte, zeigte: An Retatrutid führt in der Diskussion um neue Adipositas-Medikamente kaum ein Weg vorbei. Retatrutid ist ein sogenannter Triple-Agonist. Es aktiviert gleichzeitig die Rezeptoren für GLP-1, GIP und Glukagon – drei Hormone, die an Sättigung, Energieverbrauch und Blutzuckerregulation beteiligt sind[1]. Beide Studien sind im US-amerikanischen Studienregister erfasst, TRIUMPH-3 etwa unter der Nummer NCT05882045[3].

    Gewichtsverlust in TRIUMPH-2 und TRIUMPH-3

    Gewichtsverlust nach 80 Wochen in den TRIUMPH-Studien

    Studie Teilnehmende Höchste Dosis Ø Gewichtsverlust (80 Wochen)
    TRIUMPH-2 Erwachsene mit Diabetes Typ 2 und Adipositas oder Übergewicht 12 mg 20,8 % (–22,5 kg)
    TRIUMPH-3 Erwachsene mit schwerer Adipositas und bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung 12 mg 22,6 % (–25,3 kg)

    Was diese Zahlen bedeuten: 22,6 Prozent ist ein Studien-Durchschnitt über alle Teilnehmenden der höchsten Dosisgruppe – nicht das, was automatisch jede einzelne Person erreicht. Ein Teil des Effekts geht zudem auf die im Studienprotokoll vorgesehene Begleitung durch Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen zurück, die sich im Alltag außerhalb einer Studie nicht immer eins zu eins umsetzen lassen. Wie diese Ergebnisse im Detail zustande kamen, einschließlich der Abbruchraten nach Dosis, haben wir in unserer ausführlichen Auswertung der TRIUMPH-2- und TRIUMPH-3-Daten zusammengefasst.

    Neben dem Gewichtsverlust zeigten beide Studien auch Effekte auf weitere Gesundheitswerte. In TRIUMPH-2 sank der Langzeitblutzuckerwert HbA1c unter der höchsten Dosis im Schnitt um bis zu 1,6 Prozentpunkte[1]. In TRIUMPH-3 gingen unter der höchsten Dosis zusätzlich die Blutfette (Triglyceride) um durchschnittlich 37 Prozent, der systolische Blutdruck um rund 9 mmHg und der Bauchumfang um etwa 19 Zentimeter zurück[1]. Was das bedeutet: Diese Werte sind Studien-Durchschnitte auf Gruppenebene und sagen nichts darüber aus, wie stark sich Blutdruck oder Blutfette bei einer einzelnen Person konkret verändern würden – dafür spielen individuelle Ausgangswerte, Begleiterkrankungen und Medikamente eine zu große Rolle.

    Nicht alle Teilnehmenden vertrugen die höchste Dosis gleich gut: In TRIUMPH-2 brachen je nach Dosisstufe zwischen 3,8 und 11,6 Prozent der Teilnehmenden die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab, in TRIUMPH-3 waren es 9,8 bis 13,5 Prozent[1]. Das zeigt: Auch ein vielversprechender neuer Wirkstoff ist kein Selbstläufer ohne Nebenwirkungen, und eine schrittweise Dosissteigerung unter ärztlicher Begleitung bleibt wichtig.

    Nebenwirkungen im Überblick

    Die häufigsten Nebenwirkungen unter Retatrutid ähneln denen anderer GLP-1-Medikamente: Durchfall, Übelkeit, Verstopfung und verminderter Appetit traten je nach Dosis bei bis zu einem Drittel der Teilnehmenden auf[1]. Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse kamen unter Retatrutid in TRIUMPH-3 zahlenmäßig nicht häufiger vor als unter Placebo, das Studienprogramm ist für eine abschließende Bewertung der kardiovaskulären Sicherheit aber noch vergleichsweise jung[1]. Wie bei jedem neuen Wirkstoff gilt: Melde ungewöhnliche Symptome wie anhaltende, starke Bauchschmerzen, die auf eine Pankreatitis hindeuten könnten, umgehend deiner Ärztin oder deinem Arzt.

    Was das für dich bedeutet, wenn du nicht ins Zugangsprogramm passt

    Für die meisten Menschen mit Adipositas oder Typ-2-Diabetes ändert das Zugangsprogramm im Alltag zunächst wenig. Die vier Kriterien sind bewusst eng gefasst, und selbst wer sie erfüllt, hat keinen automatischen Anspruch auf Zugang – Lilly entscheidet im Einzelfall[2]. Realistischer bleibt für die meisten der Weg über bereits zugelassene Medikamente und der Blick auf die für 2027 erwartete Zulassung.

    Realistische Chancen einschätzen

    Wenn du einen BMI unter 35 hast, aktuell keine zwei schweren Begleiterkrankungen behandelst oder noch nicht alle zugelassenen Optionen ausgeschöpft hast, erfüllst du die Kriterien für das Zugangsprogramm derzeit nicht. Das ist keine Bewertung deiner Situation, sondern schlicht der enge Rahmen, den Lilly für die Übergangszeit bis zur Zulassung gesetzt hat. Ein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, wo du aktuell stehst und welche Off-Label-Möglichkeiten mit bereits zugelassenen Wirkstoffen bestehen, bleibt trotzdem sinnvoll. Einen Überblick, welche Kriterien Praxen und Krankenkassen aktuell für eine GLP-1-Verordnung ansetzen, findest du in unserer Einordnung wer die Spritze bekommt und was off-label möglich ist.

    Was du stattdessen tun kannst, während du wartest

    Wenn ein Zugang zu Retatrutid für dich aktuell nicht infrage kommt, heißt das nicht, dass du bis 2027 tatenlos warten musst. Etablierte Wirkstoffe stehen bereits zur Verfügung, und die Community sammelt laufend neue Erfahrungswerte damit. Wer sich für die Studienlage rund um neue Wirkstoffe interessiert, findet in unserem Rückblick auf den ADA-Kongress 2026 zu Retatrutid und Orforglipron eine Übersicht, wie sich mehrere neue Substanzen aktuell im Vergleich schlagen. Und wer die wöchentlichen Entwicklungen nicht verpassen will, wird in unserer laufenden News-der-Woche-Übersicht rund um Retatrutid fündig.

    Wie du das Gespräch mit deiner Praxis vorbereitest

    Egal ob es später tatsächlich um einen Antrag geht oder erstmal nur um eine realistische Einschätzung: Je besser deine Praxis deinen bisherigen Verlauf dokumentiert vorliegen hat, desto leichter lässt sich beurteilen, wo du stehst. Dazu gehören frühere und aktuelle Medikamente samt Dosis, dokumentierte Begleiterkrankungen und deren Behandlung sowie der zeitliche Verlauf deines Gewichts. Unser Tagebuch für Injektionen, Nebenwirkungen und Gewichtsverlauf kann dir dabei helfen, diese Informationen über die Zeit strukturiert zu sammeln, statt sie erst kurz vor einem Arztgespräch aus dem Gedächtnis zusammenzusuchen.

    Wichtig: Weil der offizielle Zugang so eng begrenzt ist, tauchen im Internet zunehmend Angebote für angeblich echtes Retatrutid aus dem Graumarkt auf. Diese Präparate sind nicht geprüft, Herkunft und tatsächlicher Wirkstoffgehalt bleiben ungewiss. Was das im schlimmsten Fall bedeuten kann, haben wir in einem Erfahrungsbericht zu einem Leberversagen nach ungeprüften Graumarkt-Injektionen sowie in unserer Einordnung der Risiken von Retatrutid aus unklaren Quellen dokumentiert.

    Häufige Fragen aus der Community

    Kann ich einfach selbst bei Eli Lilly einen Antrag stellen, wenn ich Retatrutid unbedingt will?

    Nein. Der Antrag muss von deiner behandelnden Praxis gestellt werden, nicht von dir selbst. Ohne ärztliche Dokumentation der vier Kriterien – Adipositas mit BMI ab 35, zwei schwere Begleiterkrankungen, keine passende Studienoption und besprochene Standardtherapien – wird kein Antrag geprüft.

    Bedeutet das Zugangsprogramm, dass Retatrutid bald ganz normal verschrieben werden kann?

    Nein, das sind zwei verschiedene Dinge. Das Zugangsprogramm betrifft nur einzelne, besonders schwere Fälle vor der Zulassung. Eine reguläre Verschreibung ist erst nach FDA-Zulassung möglich – Lilly plant den Zulassungsantrag frühestens für das erste Quartal 2027, die eigentliche Entscheidung der FDA folgt danach.

    Was mache ich, wenn meine Ärztin oder mein Arzt noch nichts von dem Programm gehört hat?

    Das ist aktuell keine Ausnahme. Da das Programm erst seit wenigen Tagen öffentlich bestätigt ist, kennen es viele Praxen noch nicht im Detail. Ein Ausdruck der offiziellen Meldung kann helfen, das Gespräch überhaupt erst anzustoßen – die endgültige Einschätzung, ob eine Antragstellung sinnvoll ist, bleibt aber ärztliche Aufgabe.

    Quellen

    1. Eli Lilly and Company (2026): Lilly's triple agonist, retatrutide, successful in two additional Phase 3 obesity trials, delivering significant improvements in weight and A1C. Offizielle Pressemitteilung von Eli Lilly zu TRIUMPH-2 und TRIUMPH-3
    2. Medscape (2026): Retatrutide Expanded Access Draws Mixed Clinician Views. Medscape-Bericht zu den Zulassungskriterien des Zugangsprogramms
    3. ClinicalTrials.gov / U.S. National Library of Medicine (2026): A Study of Retatrutide (LY3437943) in Participants With Obesity and Cardiovascular Disease. Offizieller Studieneintrag NCT05882045 im US-Studienregister (TRIUMPH-3)

    Fazit: Das Retatrutid-Zugangsprogramm öffnet einen schmalen, klar umrissenen Weg für Menschen mit besonders schwerem Krankheitsverlauf – eine allgemeine Abkürzung zur Zulassung ist es nicht. Für die meisten in der Community bleibt der Blick auf 2027 und auf bereits zugelassene Optionen der realistischere Weg.

    Frage an die Community: Hat sich bei dir oder in deinem Umfeld schon jemand mit dem Zugangsprogramm beschäftigt oder sogar einen Antrag gestellt? Erzähl uns von deinen Erfahrungen im Forum.

    Über den Autor

    Mathias Köster | Gründer des GLP-1 Forums

    Ich bin kein Arzt – sondern Patient. Seit Februar 2025 nehme ich Mounjaro, verschrieben und begleitet von meinem Diabetologen. In dieser Zeit habe ich 41 kg abgenommen und über 16 Monate direkte Therapieerfahrung gesammelt.

    Aus dieser Erfahrung heraus habe ich das GLP-1 Forum gegründet – weil eine deutschsprachige Community für ehrlichen Erfahrungsaustausch fehlte.

    Alle Artikel recherchiere ich anhand von Studien aus PubMed, Fachinformationen der Hersteller sowie offiziellen Quellen wie BfArM, EMA und der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die verwendeten Quellen sind am Artikelende vollständig aufgeführt und verlinkt. Inhaltliche Verantwortung liegt vollständig bei mir.

    Dieses Forum ist kein medizinischer Rat. Es ist ein Ort für ehrlichen Erfahrungsaustausch – unabhängig, ohne Pharmaunternehmen im Hintergrund.

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