Schöne frage, das mag ich. Ich versuche das mal zu erklären.
Die 15–20 % sind kein biologisches Limit, sondern einfach das, was in den Studien im Durchschnitt rauskommt, bei Leuten, die die Spritze bekommen haben, aber sonst nichts groß geändert haben. Kein strukturiertes Kalorienzählen, keine bewusste Diät. Der Gewichtsverlust entstand also fast ausschließlich dadurch, dass der Hunger nachgelassen hat. Wer dann noch aktiv gegensteuert, kann deutlich weiter kommen, dass sieht man ja auch an den Early Respondern in der STEP-UP-Studie.
Warum hört die Abnahme trotzdem irgendwann auf? Meist aus zwei Gründen: Der Körper gewöhnt sich an die geringere Kalorienzufuhr und fährt den Grundumsatz runter. Und der appetitdämpfende Effekt lässt bei vielen mit der Zeit nach. Dann entsteht ein neues Gleichgewicht und die Waage bewegt sich nicht mehr.
Dein Punkt ist eigentlich der entscheidende: Wer konsequent im Defizit bleibt, kann viel mehr erreichen als diese Studiendurchschnitte, ob mit oder ohne Spritze. Deine 145 auf 80 kg sind da ein gutes Beispiel.
Was die Medikamente leisten, ist vor allem eins: Es wird leichter, dieses Defizit überhaupt durchzuhalten. Für viele ist genau das die größte Hürde. Insofern sind die Studien weniger eine Aussage darüber, was maximal möglich ist, sondern eher ein Abbild davon, was passiert, wenn man "nur " die Spritze nimmt und sonst wenig ändert.
Und da stimme ich dir zu. Am Ende zählt die Konsequenz. Das Medikament kann helfen, dahin zu kommen, aber die eigentliche Arbeit nimmt es einem nicht ab. Darum sagen wir ja auch immer das es ein tolles Werkzeug ist, nur die Arbeit müssen wir selbst erledigen.