Mounjaro wirkt nicht mehr - warum die Dosis-Keule oft der falsche Weg ist und was wirklich hilft
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Matze -
15. Februar 2026 um 08:47 -
845 Mal gelesen -
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Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2026 um 17:33
Lesezeit: 14 Minuten
🔄 Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 – Dieser Artikel verbindet Erfahrungen aus der Community mit Studienergebnissen aus Nature Medicine und dem New England Journal of Medicine.
Mounjaro wirkt nicht mehr – dieser Gedanke schleicht sich nach einigen Monaten bei vielen ein, die mit Tirzepatid gestartet sind. Das Plateau ist real – doch bevor du denkst, die Spritze hat ausgedient, lohnt sich ein genauerer Blick auf das, was wirklich in deinem Körper passiert.
⚠️ Wichtiger medizinischer Hinweis
Dieser Artikel ersetzt kein Arztgespräch zur Dosisanpassung und ist keine medizinische Diagnose deines individuellen Therapieverlaufs.
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Medikament nicht mehr wirkt oder du einen Dosiswechsel erwägst, sprich das unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt durch – keine Dosisanpassung ohne ärztliche Begleitung.
📌 Auf einen Blick
- Ein Gewichtsplateau nach Monaten unter Mounjaro ist normal – es bedeutet nicht, dass das Medikament versagt.
- Dein Körper kämpft biologisch gegen Gewichtsverlust an: Leptin sinkt, Ghrelin steigt, der Grundumsatz fällt.
- Einfach die Dosis erhöhen ist oft die schlechteste Strategie – du verbrauchst Optionen, ohne mehr zu bewirken.
- Protein, Krafttraining und ein ehrliches Ernährungstagebuch sind die wirksamsten Hebel im Plateau.
- Ein eigenmächtiger „Reset" durch Absetzen ist riskant und sollte nie ohne ärztliche Begleitung geschehen.
- Die SURMOUNT-1-Studie zeigt: Tirzepatid 15 mg bewirkte im Schnitt rund 21 % Gewichtsverlust – wer das bereits erreicht hat, ist am biologischen Limit angekommen.
📋 Inhaltsverzeichnis▼
- Das Ende der Honeymoon-Phase: Warum Mounjaro sich anders anfühlt
- Warum mehr Dosis oft das Falsche ist
- Set-Point-Theorie: Dein Körper als eigensinniger Thermostat
- Versteckte Ursachen im Alltag: Was sabotiert deinen Erfolg?
- Der riskante Reset-Gedanke: Warum eine Pause oft nach hinten losgeht
- Was die Studien sagen: Realitätscheck zu Tirzepatid und Semaglutid
- Deine Strategie aus dem Plateau: Protein, Kraft und Ehrlichkeit
- Häufige Fragen aus der Community
- Quellen
Das Ende der Honeymoon-Phase: Warum Mounjaro sich plötzlich anders anfühlt
Viele Nutzer berichten in den ersten Wochen von einer fast magischen Wirkung: Der ständige Hunger ist weg, der Food Noise verstummt und die Kilos fallen fast von allein. Nach einigen Monaten kommt dann der Einbruch: Die Waage bewegt sich nicht mehr, die Portionen werden unbemerkt wieder größer. Das ist kein Versagen der Spritze – es ist normale Biologie.[1]
Von der Magie zur Routine: Was sich in deinem Körper verändert
Zu Beginn der Behandlung mit modernen Inkretin-Mimetika wie Mounjaro, Wegovy, Ozempic oder Saxenda erleben fast alle eine Phase, die man treffend als „Honeymoon-Phase" bezeichnen könnte. Die Wirkung auf das Sättigungszentrum im Hypothalamus ist so dominant, dass Gedanken an Essen fast vollständig aus dem Bewusstsein verdrängt werden. Man muss sich nicht disziplinieren, nichts zu essen – man vergisst es schlichtweg.
Doch Biologie ist keine Statik, sondern Dynamik. Nach einigen Monaten berichten viele Anwender frustriert: „Es wirkt einfach nicht mehr." Meistens beschreiben Betroffene eine schleichende Veränderung: Das Gewicht stagniert über Wochen, die Portionen auf dem Teller werden unbemerkt wieder größer und Süßigkeiten oder Snacks, die monatelang uninteressant waren, üben wieder eine Anziehungskraft aus. Bevor du jedoch deinen Arzt drängst, den Pen höher zu drehen, solltest du verstehen, was tief in deinem Stoffwechsel passiert.
Kurz gesagt: Der schleichende Rückgang der Wirkung ist kein Defekt des Medikaments, sondern eine Antwort deines Körpers auf anhaltenden Energieentzug. Dein Körper lernt, sich zu wehren – das ist evolutionär programmiert.
Warum mehr Dosis bei Mounjaro-Plateau oft das Falsche ist
Die Dosis zu erhöhen, wenn das Gewicht stagniert, erscheint als logischste Lösung – medizinisch betrachtet ist das aber oft kurzsichtig und manchmal sogar kontraproduktiv. Das Ziel ist immer die minimal wirksame Dosis, nicht die maximale. Wer bei jedem Plateau direkt steigert, verbrennt wertvolle therapeutische Optionen, die er später dringend brauchen könnte.[2]
Drei Gründe, warum „Viel hilft viel" bei GLP-1-Therapie scheitert
Lass uns einen Vergleich aus der Schmerztherapie heranziehen: Stell dir vor, du hast leichte Kopfschmerzen. Würdest du sofort zu hochpotentem Morphium greifen? Natürlich nicht, wenn eine halbe Paracetamol das Problem bereits löst. Genauso verhält es sich mit GLP-1-Medikamenten. Es gibt drei entscheidende Gründe, warum du dein Pulver nicht zu früh verschießen solltest:
Erstens verbrennst du deine Optionen. Wenn du die Dosis bei jedem kleinen Plateau sofort steigerst, erreichst du viel zu früh das therapeutische Ende der Fahnenstange – zum Beispiel 15 mg bei Mounjaro oder 2,4 mg bei Wegovy. Wenn du dort angekommen bist und dann ein echtes Plateau hast, gibt es keine Steigerungsmöglichkeit mehr. Du stehst ohne weitere pharmakologische Option da. Lies dazu auch unsere Einschätzung zu Dosiserhöhung bei GLP-1, wenn du wissen willst, wann eine Erhöhung tatsächlich sinnvoll ist.
Zweitens gibt es das Problem der Rezeptor-Sättigung. Dein Körper hat nur eine begrenzte Anzahl an GLP-1- und GIP-Rezeptoren. Sind diese vollständig besetzt, bringt mehr Wirkstoff keinen stärkeren Effekt beim Abnehmen. Stattdessen flutet der überschüssige Wirkstoff deinen Körper und erhöht massiv das Risiko für unangenehme bis gefährliche Nebenwirkungen wie dauerhafte Übelkeit, Erbrechen oder eine Gastroparese.[3]
Drittens schlägt Geduld die Chemie. Solange du auch nur langsam abnimmst – und seien es nur 200 Gramm pro Woche – oder dein Gewicht über eine gewisse Zeit hältst, wirkt das Medikament. Es hält deinen Blutzucker stabil, reduziert Entzündungen und unterdrückt die schlimmsten Hungerattacken. Ein Plateau ist oft die Zeit, in der sich dein Körper rekalibriert, deine Haut sich zurückbildet und dein Bindegewebe strafft. Gib deinem Körper diese Zeit.
Set-Point-Theorie: Dein Körper als eigensinniger Thermostat
Ein weiterer Grund für den Stillstand, den kaum jemand bedenkt: Dein Körper hat kein Konzept von „Bikinifigur" oder „BMI". Was er besitzt, ist ein Überlebensinstinkt, der über Jahrtausende geformt wurde – und der sich mit aller Kraft gegen Gewichtsverlust stemmt. Wer das versteht, kann entspannter mit dem Plateau umgehen.[4]
Leptin, Ghrelin und die metabolische Gegenoffensive
Stell dir dein Gewicht wie die Temperatur in einem Haus vor, das von einem Thermostat geregelt wird. Dein Körper hat sich über Jahre an ein gewisses Gewicht gewöhnt – das ist seine „Wohlfühltemperatur", auch wenn sie medizinisch zu hoch ist. Wenn du abnimmst, ist das für den Körper, als würdest du im Winter alle Fenster aufreißen. Die Reaktion ist nicht Freude über die frische Luft, sondern Panik.
Das Fettgewebe ist kein passiver Speicher, sondern ein hochaktives endokrines Organ, das das Hormon Leptin produziert. Wenn du Fett verlierst, sinkt dein Leptinspiegel drastisch ab. Dieser Abfall ist das Alarmsignal für dein Gehirn: „Achtung, die Reserven schwinden, Hungersnot droht!" Der Körper reagiert mit einer massiven Gegenoffensive: Der Grundumsatz wird gesenkt, und der Appetit wird durch das Hormon Ghrelin hochreguliert.[4]
Das Medikament wirkt pharmakologisch weiter – aber dein Körper kämpft biochemisch nun viel härter dagegen an als am Anfang, wo die Speicher noch voll waren. Das ist die sogenannte adaptive Thermogenese – ein natürlicher Schutzmechanismus, der evolutionär sinnvoll ist, heute aber im Weg steht. Warum dein Körper an verlorenes Gewicht „erinnert" und wie das mit Fettzellen zusammenhängt, erklärt unser Artikel zum Thema Fettzellen und Übergewichtsgedächtnis ausführlicher.
Versteckte Saboteure im Alltag: Was wirklich deinen Gewichtsverlust bremst
Bevor du an der Dosis schraubst, lohnt sich ein detektivischer Blick auf deinen Alltag. Oft sind es kleine, fast unsichtbare Gewohnheiten, die den Erfolg sabotieren – selbst unter Medikation. Die häufigsten Fallen kennst du vielleicht schon aus dem Bauchgefühl, aber unterschätzt, wie stark sie sich summieren.[5]
Flüssigkalorien, Muskelverlust und chronischer Stress
Ein Klassiker ist die unbewusste Kaloriensteigerung. Studien zeigen immer wieder, dass Menschen dazu neigen, Portionsgrößen massiv zu unterschätzen. Was als kleine Handvoll Nüsse beginnt, wird über Wochen zur halben Tüte. Besonders tückisch sind Flüssigkalorien: Latte Macchiato, Smoothies oder Alkohol liefern hunderte Kalorien, ohne dass die Dehnungsrezeptoren – auf die das Medikament wirkt – richtig anschlagen. Du nimmst Energie zu dir, ohne satt zu werden. Mit unserem Kaloriendefizit berechnen kannst du prüfen, ob deine tatsächliche Zufuhr noch im richtigen Rahmen liegt.
Noch kritischer ist der Verlust von Muskelmasse. Wer schnell abnimmt, verliert nicht nur Fett, sondern auch Muskeln, wenn er nicht aktiv gegensteuert. Da Muskeln unser wichtigster Verbrennungsmotor sind, sinkt mit jedem verlorenen Gramm Muskelmasse auch unser Grundumsatz. Wer weniger verbrennt, muss noch weniger essen, um weiter abzunehmen – ein Teufelskreis beginnt. Ausführlicher erklären wir das im Artikel zur Muskelmasse erhalten trotz Kaloriendefizit.
Zu guter Letzt ist der „Stress-Bauch" ein echtes Phänomen. Chronischer Stress und Schlafmangel führen zu dauerhaft erhöhten Cortisolspiegeln. Cortisol ist der absolute Gegenspieler beim Abnehmen: Es fördert Wassereinlagerungen, steigert den Appetit auf Zucker und kann die Fettverbrennung blockieren – fast egal wie hoch deine Medikamentendosis ist.
Kurz gesagt: Das Plateau ist oft kein Therapieversagen, sondern eine Kombination aus biologischer Anpassung und kleinen Alltagsfehlern. Wer die richtigen Stellschrauben kennt, hat mehr Einfluss als gedacht.
Der riskante Reset-Gedanke: Warum eine Therapiepause oft nach hinten losgeht
In der Verzweiflung über den Stillstand kursiert in Online-Foren immer wieder der Tipp eines sogenannten „Resets": Das Medikament für einige Wochen absetzen, damit die Rezeptoren sich „entwöhnen" – in der Hoffnung, dass es danach wieder so wirkt wie am ersten Tag. Diese Logik klingt verlockend, ist medizinisch aber heikel und häufig kontraproduktiv.[6]
Rebound-Effekt und Neueinstieg: Doppeltes Risiko
Es dauert oft fünf bis sechs Wochen, bis Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid vollständig aus deinem System verschwunden sind. In dieser Zeit kehrt oft ein massiver Heißhunger zurück – der sogenannte Rebound-Effekt. Dein Körper, dessen Leptinspiegel durch die Abnahme niedrig ist, will die verlorenen Reserven aggressiv wieder auffüllen. Viele Patienten nehmen in dieser Pause in rasender Geschwindigkeit wieder zu.
Das größere Problem wartet beim Neustart: Du kannst nicht einfach wieder mit der hohen Dosis einsteigen. Du musst wieder mit der niedrigsten Einstiegsdosis beginnen, um schwere Nebenwirkungen zu vermeiden. Du verlierst also Wochen oder Monate, in denen du unterdosiert bist – während dein Hunger durch den Rebound maximal ist. Ein Reset sollte niemals ohne strikte ärztliche Anweisung und Begleitung erfolgen. Was bei einem geplanten Absetzen und Wiederstart zu beachten ist, erklärt unser Artikel zum Thema GLP-1 absetzen und wieder starten ausführlicher.
Wichtig: Einen eigenmächtigen „Reset" ohne ärztliche Begleitung zu versuchen ist kein cleverer Trick – es ist ein medizinisches Risiko. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du die Therapie unterbrichst.
Was die Studien wirklich sagen: Realitätscheck zu Tirzepatid und Semaglutid
Vielleicht ist dein Plateau gar kein Fehler, sondern das physiologische Ziel. Lass uns die harten Zahlen anschauen, bevor du dich in die nächste Dosisrunde stürzt. Die Zulassungsstudien zeigen klar, was diese Medikamente im Durchschnitt leisten können – und wo die biologische Grenze liegt.[1][7]
SURMOUNT-1 und STEP-Studien: Was die Zahlen für dich bedeuten
Bei Mounjaro (Tirzepatid) zeigte die SURMOUNT-1-Studie bei der höchsten Dosis (15 mg) einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von etwa 21 % nach 72 Wochen.[1] Was bedeutet das konkret? Bei einem Startgewicht von 100 kg wären das 21 kg – wer das bereits erreicht hat, befindet sich statistisch gesehen am oberen Ende des erwartbaren Ergebnisses. Gut zu wissen: Die Studie misst Durchschnittswerte. Manche verlieren mehr, andere weniger – sogenannte Non-Responder gibt es bei beiden Wirkstoffen.
Bei Wegovy und Ozempic (Semaglutid) zeigten die STEP-Studien einen Durchschnitt von etwa 15 bis 17 % Gewichtsverlust nach 68 Wochen.[7] Auch hier gilt: Das sind Mittelwerte aus kontrollierten Studienbedingungen – im Alltag können viele Faktoren das Ergebnis nach oben oder unten verschieben.
Vergleich SURMOUNT-1 vs. STEP-Studien: Durchschnittlicher Gewichtsverlust
| Medikament | Studie | Höchste Dosis | Ø Gewichtsverlust | Studiendauer |
|---|---|---|---|---|
| Tirzepatid (Mounjaro) | SURMOUNT-1 | 15 mg/Woche | ~21 % | 72 Wochen |
| Semaglutid (Wegovy) | STEP-1 | 2,4 mg/Woche | ~15–17 % | 68 Wochen |
Ab dem Punkt, an dem du das statistische Maximum erreicht hast, kämpfst du gegen eine massive biologische Barriere an – der Körper verteidigt dieses neue Gewicht vehement. Hier hilft keine höhere Dosis mehr, sondern nur eiserne Disziplin bei Ernährung und Bewegung.
Deine Strategie aus dem GLP-1-Plateau: Protein, Kraft und radikale Ehrlichkeit
Was kannst du tun, statt einfach die Dosis zu erhöhen? Die gute Nachricht: Es gibt mehrere konkrete Stellschrauben, die zusammen mehr bewirken können als jede Dosiserhöhung. Sie kosten keine Zuzahlung und haben kaum Nebenwirkungen.[5]
Der Schlachtplan: Vier Maßnahmen, die wirklich helfen
Erstens: Radikale Ehrlichkeit. Führe für zwei Wochen ein präzises Ernährungstagebuch. Wiege dein Essen ab. Isst du wirklich nur so viel, wie du glaubst? Die meisten sind überrascht, wie viele „Nebenbei-Kalorien" sich einschleichen. Unser GLP-1-Tagebuch zum Tracken kann dabei helfen, Muster im Gewichtsverlauf und Essverhalten sichtbar zu machen.
Zweitens: Protein als Priorität. Erhöhe deine Proteinzufuhr auf 1,5 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Zielgewicht täglich. Protein hat den höchsten thermischen Effekt – der Körper verbraucht bei der Verdauung selbst Energie. Außerdem sättigt es am besten und schützt deine wertvollen Muskeln vor dem Abbau. Wie du das konkret umsetzt, zeigt unser Artikel zum Abnehmen mit Eiweiß.
Drittens: Krafttraining ist Pflicht, kein Bonus. Du musst kein Bodybuilder werden, aber zwei bis drei Einheiten pro Woche sind essenziell. Muskeln sind stoffwechselaktives Gewebe: Sie erhöhen deinen Grundumsatz, selbst wenn du auf der Couch liegst. Cardio ist gut für das Herz – Krafttraining ist gut für die Körperzusammensetzung und damit für das Plateau.
Viertens: Ballaststoffe und Hydration nicht vergessen. Verstopfung kann auf der Waage wie ein Stillstand aussehen. Sorge für eine gute Verdauung durch Flohsamenschalen oder Gemüse und trinke ausreichend Wasser. GLP-1-Medikamente verlangsamen die Magenentleerung – das erhöht den Flüssigkeitsbedarf. Was dein Körper beim schnellen Gewichtsverlust noch braucht, erklärt unser Artikel Körperbedarf bei schnellem Gewichtsverlust.
Kurz gesagt: Mounjaro oder Wegovy sind Werkzeuge, keine Zaubersprüche. Ein Hammer baut kein Haus von allein – er braucht jemanden, der ihn führt. Die Kombination aus Medikament, Protein und Krafttraining ist mächtiger als jede Dosiserhöhung.
Häufige Fragen aus der Community
Ich nehme seit Wochen nicht mehr ab – wann sollte ich die Dosis erhöhen?
Kein fester Zeitplan ersetzt das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Als grobe Orientierung gilt: Erst wenn du vier bis sechs Wochen auf einer Dosis bist, sich das Gewicht gar nicht mehr bewegt und du Ernährung sowie Bewegung bereits optimiert hast, ist eine Dosisanpassung ein sinnvoller nächster Schritt. Vorher lohnt es sich, die Alltagsfaktoren kritisch zu hinterfragen.
Ich spüre Mounjaro fast gar nicht mehr – ist das normal?
Ja, das ist häufig und normal. Der intensive Sättigungseffekt der ersten Wochen schwächt sich bei vielen ab – das bedeutet aber nicht, dass das Medikament nicht mehr wirkt. Es arbeitet im Hintergrund weiter: Blutzucker wird reguliert, Heißhungerattacken werden abgepuffert und der Appetit bleibt gedämpft, auch wenn er nicht mehr so drastisch gesenkt wird wie am Anfang.
Kann es sein, dass ich einfach ein Non-Responder bin?
Das gibt es, ist aber seltener als man denkt. Echte Non-Responder zeigen bereits in den ersten acht bis zwölf Wochen kaum Reaktion auf das Medikament. Wer anfangs gut angesprochen hat und jetzt in einem Plateau steckt, ist kein Non-Responder – der Körper hat schlicht seine Anpassungsreaktionen in Gang gesetzt. Das ist biologisch normal und kein Grund für Panik.
Fazit: Ein Plateau nach Monaten unter Mounjaro oder einem anderen GLP-1-Präparat ist kein Wirkverlust des Moleküls – es ist eine biologische Antwort deines Körpers auf anhaltenden Energieentzug. Die Dosis reflexartig zu erhöhen, verbraucht wertvolle Optionen und bringt oft weniger als erwartet. Wer stattdessen Proteinzufuhr optimiert, Krafttraining einbaut und ein ehrliches Ernährungstagebuch führt, hat die wirksamsten Hebel in der Hand. Geduld, Strategie und das richtige Timing beim ärztlichen Gespräch sind nachhaltiger als jede vorschnelle Dosis-Keule.
Frage an die Community: Wie lange hat dein Plateau gedauert, und was hat dir am Ende geholfen, es zu durchbrechen? Hast du die Ernährung umgestellt, Krafttraining gestartet oder doch die Dosis angepasst – und was hat den größten Unterschied gemacht?
Quellen
- Jastreboff AM et al. (2022): Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity. New England Journal of Medicine 387:205–216. NEJM – SURMOUNT-1
- Garvey WT et al. (2023): Two-year effects of semaglutide in adults with overweight or obesity: the STEP 5 trial. Nature Medicine 28:2083–2091. Nature Medicine – STEP 5
- Drucker DJ (2022): GLP-1 physiology informs the pharmacotherapy of obesity. Molecular Metabolism 57:101351. Molecular Metabolism
- Sumithran P et al. (2011): Long-term persistence of hormonal adaptations to weight loss. New England Journal of Medicine 365:1597–1604. NEJM – Hormonelle Anpassungen
- Ravussin E, Redman LM (2018): Variability in the response to caloric restriction. Endocrinology & Metabolism Clinics of North America 47(1):31–49. PubMed – Kalorienrestriktion und Anpassung
- Wilding JPH et al. (2022): Weight regain and cardiometabolic effects after withdrawal of semaglutide. Diabetes, Obesity and Metabolism 24(8):1553–1564. DOM – Rebound nach Semaglutid-Absetzen
- Wilding JPH et al. (2021): Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity. New England Journal of Medicine 384:989–1002. NEJM – STEP-1
Über den Autor
Mathias Köster | Gründer des GLP-1 Forums
Ich bin kein Arzt – sondern Patient. Seit Februar 2025 nehme ich Mounjaro, verschrieben und begleitet von meinem Diabetologen. In dieser Zeit habe ich 41 kg abgenommen und über 16 Monate direkte Therapieerfahrung gesammelt.
Aus dieser Erfahrung heraus habe ich das GLP-1 Forum gegründet – weil eine deutschsprachige Community für ehrlichen Erfahrungsaustausch fehlte.
Alle Artikel recherchiere ich anhand von Studien aus PubMed, Fachinformationen der Hersteller sowie offiziellen Quellen wie BfArM, EMA und der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die verwendeten Quellen sind am Artikelende vollständig aufgeführt und verlinkt. Inhaltliche Verantwortung liegt vollständig bei mir.
Dieses Forum ist kein medizinischer Rat. Es ist ein Ort für ehrlichen Erfahrungsaustausch – unabhängig, ohne Pharmaunternehmen im Hintergrund.
MatzeForenleitung
Über diesen Artikel
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