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  • MariTide: Was die monatliche Abnehmspritze von Amgen kann und was nicht

    • Matze
    • 18. Oktober 2025 um 10:00
    • 180 Mal gelesen
    • 0 Antworten
    • Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2026 um 21:50
    Monatliche Abnehmspritze MariTide von Amgen mit Phase-2-Ergebnissen im Überblick
    Einmal spritzen, einen Monat warten – und dabei bis zu 20 % des Körpergewichts verlieren? Amgens Prüfsubstanz MariTide macht genau das möglich, zumindest laut den Phase-2-Daten, die im Juni 2025 im New England Journal of Medicine erschienen. Ob die monatliche Abnehmspritze das Feld der GLP-1-Therapie wirklich umkrempelt, was der ungewöhnliche GIP-Antagonismus bedeutet und wann wir in Deutschland realistisch damit rechnen könnten – das erfährst du hier.
    Lesezeit: 12 Minuten
    🔄 Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 – Dieser Artikel fasst die vollständigen Phase-2-Daten zusammen, die im Juni 2025 auf dem ADA-Kongress und gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

    MariTide ist ein neuer Arzneimittelkandidat von Amgen, der die Welt der Adipositas-Therapie aufmischen könnte: eine monatliche Spritze, bis zu 20 % Gewichtsverlust nach 52 Wochen – und der Kurve nach noch kein Ende in Sicht. Was steckt hinter dem Wirkprinzip, wie unterscheidet es sich von Tirzepatid, und was bedeuten die Daten wirklich für uns als Betroffene?

    ⚠️ Wichtiger medizinischer Hinweis

    Dieser Artikel informiert über laufende Forschungsergebnisse zu einem Prüfpräparat – er ersetzt keine ärztliche Beratung zur Auswahl oder Umstellung einer Adipositas-Therapie.

    MariTide ist in Deutschland noch nicht zugelassen. Wenn du Fragen zu deiner aktuellen Therapie hast, sprich sie bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt durch.

    📋 Auf einen Blick

    • MariTide (wissenschaftlich: Maridebart Cafraglutide) ist ein Antikörper-Peptid-Konjugat von Amgen – einmal monatlich subkutan gespritzt
    • Phase-2-Studie (NCT05669599) mit 592 Erwachsenen, davon 127 mit Typ-2-Diabetes, über 52 Wochen
    • Bis zu ~20 % durchschnittlicher Gewichtsverlust ohne Plateau bei Menschen mit Adipositas ohne Diabetes
    • Bis zu ~17 % Gewichtsverlust und HbA1c-Senkung um bis zu 2,2 Prozentpunkte bei Typ-2-Diabetes
    • Wirkmechanismus: kombinierter GLP-1-Agonismus + GIP-Antagonismus (anders als Tirzepatid, das beides aktiviert)
    • Phase-3-Programm MARITIME läuft bereits – erste Ergebnisse werden für 2027 erwartet
    • In Deutschland noch nicht zugelassen, kein absehbares Markteinführungsdatum
    📋 Inhaltsverzeichnis▼
    1. Was ist MariTide und wie funktioniert es?
    2. Die Phase-2-Ergebnisse: Was die Zahlen bedeuten
    3. MariTide vs. Tirzepatid: Ein fairer Vergleich
    4. Verträglichkeit und Nebenwirkungen
    5. Das MARITIME-Programm: Wie geht es weiter?
    6. Häufige Fragen aus der Community
    7. Quellenangaben

    Was ist MariTide und wie funktioniert die monatliche Abnehmspritze?

    Wer sich schon länger mit GLP-1-Medikamenten beschäftigt, kennt die wöchentliche Spritze als Routine. MariTide dreht das komplett um: einmal im Monat reicht – zumindest wenn die Phase-3-Daten halten, was Phase 2 verspricht. Dahinter steckt eine besondere Molekülkonstruktion: Amgen hat kein klassisches Peptid entwickelt, sondern ein sogenanntes Antikörper-Peptid-Konjugat.[1] Der Antikörperteil sorgt für die lange Halbwertszeit, die wöchentliche Injektionen überflüssig macht – das ist technisch ein echter Unterschied zu Semaglutid oder Tirzepatid.

    GLP-1-Agonismus plus GIP-Antagonismus: Doppelt – aber anders als du denkst

    Hier wird es spannend, und ich sage es direkt: Das Wirkprinzip von MariTide hat mich selbst überrascht. Alle bisherigen Fortschritte in der Klasse – von Semaglutid bis Tirzepatid – beruhen auf dem Prinzip, körpereigene Hormone zu imitieren oder zu verstärken. MariTide macht beim GIP-Rezeptor das genaue Gegenteil: Es blockiert ihn aktiv.

    Das klingt kontraintuitiv, weil Tirzepatid ja eben durch GIP-Aktivierung so gut wirkt. Die Forschung von Amgen legt nahe, dass GIP-Blockade einen anderen, möglicherweise komplementären Stoffwechselweg ansteuert.[2] Welcher Ansatz am Ende effektiver ist, weiß noch niemand. Was wir wissen: Beide Prinzipien führen in Studien zu deutlichem Gewichtsverlust. Die Wissenschaft versteht das GIP-System noch nicht vollständig – und das ist wichtig zu sagen, damit keine falschen Erwartungen entstehen.

    Kurz gesagt: MariTide kombiniert zwei Signalwege – GLP-1-Aktivierung (Appetithemmung, verlangsamte Magenentleerung) und GIP-Blockade (Einfluss auf Fettstoffwechsel und Energiehaushalt). Tirzepatid aktiviert beide Rezeptoren. MariTide aktiviert einen, blockiert den anderen. Ob Blockade oder Aktivierung des GIP-Rezeptors langfristig vorteilhafter ist, werden die Phase-3-Daten zeigen.

    Phase-2-Ergebnisse: 20 % Gewichtsverlust – und was das wirklich bedeutet

    Die vollständigen Daten aus Teil 1 der Phase-2-Studie (NCT05669599) wurden im Juni 2025 auf dem ADA-Kongress vorgestellt und gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht.[1] Das ist methodisch relevant: Peer-Review im NEJM ist das Gegenteil von PR-Material.

    592 Teilnehmer, zwei Gruppen: Wer wurde untersucht?

    Die Studie umfasste 592 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht, aufgeteilt in zwei Kohorten.[3] Kohorte A umfasste 465 Personen ohne Typ-2-Diabetes, Kohorte B 127 Personen mit Typ-2-Diabetes. Alle erhielten entweder Placebo oder MariTide in verschiedenen Dosisstufen (140 mg, 280 mg oder 420 mg) als monatliche Injektion, teils mit unterschiedlichen Eskalationsschemata.

    Was bedeutet das für die Aussagekraft? Phase 2 ist kein kleines Pilotprojekt mehr, aber auch noch nicht die Zulassungsstudie. 592 Teilnehmer reichen, um Wirksamkeitssignale klar zu sehen – aber noch nicht, um seltene Nebenwirkungen oder Langzeiteffekte belastbar beurteilen zu können. Das ist normale Studienentwicklung, kein Makel.

    MariTide Phase-2-Ergebnisse auf einen Blick (52 Wochen)

    Gruppe Gewichtsverlust MariTide Gewichtsverlust Placebo HbA1c-Senkung
    Ohne Typ-2-Diabetes bis zu ~20 % 2,6 % –
    Mit Typ-2-Diabetes bis zu ~17 % 1,4 % bis zu –2,2 Prozentpunkte

    Kein Gewichtsplateau nach 52 Wochen – was das bedeutet

    Ein Detail aus den Daten, das mich ehrlich gesagt am meisten interessiert hat: Der Gewichtsverlust hatte nach einem Jahr noch kein Plateau erreicht.[3] Das ist kein Marketing-Satz, das ist ein messbares Studienergebnis. Was bedeutet das im Alltag? Das Gewichtsplateau ist eines der frustrierendsten Erlebnisse auf dem Weg zur Zieldosis – der Körper gewöhnt sich an das Medikament, und die Kurve flacht ab. Wenn das nach 52 Wochen noch nicht passiert ist, könnte das auf ein besonders nachhaltiges Wirkprofil hindeuten. Aber Vorsicht: Wir reden von einer Prüfsubstanz in einer Phase-2-Studie. Ob sich das im großen Phase-3-Programm bestätigt, werden wir frühestens 2027 wissen.

    Beim HbA1c – dem Langzeit-Blutzuckerwert – sehen die Zahlen für Typ-2-Diabetiker bemerkenswert aus: Eine Senkung um bis zu 2,2 Prozentpunkte in 52 Wochen ist klinisch substanziell. Was das heißt: Wer mit einem HbA1c von 8,5 % in die Studie geht, könnte am Ende bei etwa 6,3 % landen – das ist nahe an der Normgrenze. Außerdem verbesserten sich kardiometabolische Parameter wie Blutdruck, Triglyzeride und ein Entzündungsmarker (hs-CRP).[1] Das deutet darauf hin, dass MariTide über den reinen Gewichtsverlust hinaus wirken könnte – ähnlich wie wir es von anderen GLP-1-basierten Therapien kennen, etwa bei der GLP-1-Therapie über die Gewichtsreduktion hinaus.

    Kurz gesagt: 20 % Gewichtsverlust klingt spektakulär – und ist es auch. Aber: Das sind Durchschnittswerte der besten Dosisarme. Manche Teilnehmer haben weniger verloren, manche mehr. Die vollständigen Daten aus dem NEJM zeigen außerdem, dass die ursprünglich im November 2024 kommunizierten Zahlen nur auf Therapie-Komplettierer bezogen waren – unter Einbezug aller Teilnehmer (einschließlich Studienabbrecher) liegt der Wert beim besten Dosisarm leicht darunter. Wichtig zu wissen, bevor man Zahlen vergleicht.

    MariTide vs. Tirzepatid: GIP blockieren oder aktivieren – was ist besser?

    Diese Frage beschäftigt die Forschung gerade intensiv. Ich finde sie faszinierend, weil sie zeigt, wie viel wir über unser eigenes Hormonsystem noch nicht verstehen. Tirzepatid – der Wirkstoff in Mounjaro – aktiviert sowohl den GLP-1- als auch den GIP-Rezeptor. Das war ein Durchbruch, weil die Kombination stärker wirkt als GLP-1 allein.[4]

    Warum GIP-Blockade und GIP-Aktivierung beide funktionieren könnten

    Das klingt widersprüchlich, und das ist es auch – zumindest aus heutiger Sicht. Amgens Grundlagenforschung deutet darauf hin, dass der GIP-Rezeptor bei Adipositas möglicherweise überaktiviert ist und eine Blockade deshalb metabolisch günstig sein kann – ähnlich wie bei einigen anderen Rezeptorsystemen, wo man je nach Zustand entweder aktiviert oder bremst.[2] Andere Forscher sehen GIP-Aktivierung als zentral für die Wirkung an. Die Wahrheit ist: Beide Ansätze zeigen in Studien beeindruckende Ergebnisse, aber ein direkter Kopf-an-Kopf-Vergleich in einer kontrollierten Studie fehlt bisher.

    Mechanismus-Vergleich: MariTide vs. Tirzepatid vs. Semaglutid

    Merkmal MariTide Tirzepatid (Mounjaro) Semaglutid (Wegovy)
    GLP-1-Rezeptor Aktivierung Aktivierung Aktivierung
    GIP-Rezeptor Blockade (Antagonismus) Aktivierung (Agonismus) Keine Wirkung
    Injektionsintervall Monatlich (oder seltener) Wöchentlich Wöchentlich
    Molekültyp Antikörper-Peptid-Konjugat Peptid Peptid
    Zulassungsstatus (D-A-CH) Nicht zugelassen (Phase 3) Zugelassen Zugelassen

    Was ich dabei immer im Kopf behalte: Wirksamkeitsvergleiche über verschiedene Studien hinweg sind heikel. Tirzepatids SURMOUNT-Studien und MariTides Phase-2-Daten sind unterschiedlich groß, unterschiedlich designt und haben unterschiedliche Einschlusskriterien. Wer jetzt sagt „MariTide ist genauso gut wie Mounjaro", zieht einen Vergleich, den die Datenlage noch gar nicht hergibt. Wer sich für diesen Vergleich interessiert, findet tiefere Einblicke im Artikel Surmount-Maintain: Tirzepatid-Daten zum Gewichtserhalt. Letztlich wird sich das finale Bild aber erst nach den MARITIME-Phase-3-Ergebnissen klar beurteilen lassen.

    Verträglichkeit: Was an Nebenwirkungen bekannt ist

    Wenn du selbst GLP-1-Medikamente nimmst, weißt du, wie relevant die Verträglichkeit im Alltag ist. Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung – das sind die Begleiter, die man in den ersten Wochen kennenlernt. Bei MariTide zeigt sich laut Phase-2-Daten ein ähnliches Profil wie bei der GLP-1-Klasse insgesamt: Magen-Darm-Beschwerden waren die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen, überwiegend leicht bis mittelschwer ausgeprägt.[1]

    Niedrigere Startdosen verbesserten die Verträglichkeit deutlich

    Eine wichtige Erkenntnis aus Phase 2: Wer mit einer niedrigeren Startdosis begann und die Dosis langsam eskalierte, hatte deutlich weniger gastrointestinale Probleme – ohne dabei an Wirksamkeit einzubüßen.[3] Das klingt vertraut, oder? Genau das kennen wir aus unserer eigenen Community von Mounjaro und Wegovy: Das langsame Titrationsschema macht oft den Unterschied zwischen „unerträglich" und „gut handhabbar". Diese Erkenntnis ist jetzt direkt in das Design der Phase-3-Studie MARITIME eingeflossen.

    Die Studienabbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen betrug im Dosiseskalations-Arm etwa 11 %, bei gastrointestinalen Gründen sogar unter 8 %. Das ist eine Zahl, die im Kontext eingeordnet werden muss: In Phase-2-Studien neigen Teilnehmer manchmal zum früheren Abbruch als im Versorgungsalltag – aber auch umgekehrt kann die sorgfältige Betreuung im Studiensetting Probleme abfedern, die es ambulant nicht gibt. Keine neue Sicherheitswarnung gab es, das ist gut.[1]

    Interessant für die Community: Die Studie verwendete ein aufwändiges tägliches Patienten-Berichtssystem namens MINVR, das gezielt Übelkeit, Erbrechen und Würgereize erfasste. Das ist methodisch ungewöhnlich und deutet darauf hin, dass Amgen die GI-Verträglichkeit besonders ernst nahm – möglicherweise als Reaktion auf die Erfahrungen mit anderen Substanzen in der Klasse.

    MARITIME Phase 3: Wann kommt MariTide auf den Markt?

    Das Phase-3-Programm heißt MARITIME und läuft bereits. Es handelt sich um 72-wöchige Studien, die die Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit von MariTide bei Teilnehmern mit Adipositas oder Übergewicht mit und ohne Typ-2-Diabetes untersuchen.[3] Die Startdosis liegt bei 21 mg, gefolgt von einer Eskalation auf 35 mg und dann 70 mg über acht Wochen – deutlich sanfter als in Phase 2. Parallel dazu plant Amgen Phase-3-Studien zu kardiovaskulären Endpunkten, Herzinsuffizienz und Schlafapnoe.

    Realistische Zeitschiene bis zur Zulassung in Europa

    Erste Phase-3-Ergebnisse werden frühestens 2027 erwartet. Danach folgen der Zulassungsantrag bei FDA und EMA, die Prüfung, Auflagen, Verhandlungen über den Marktzugang – ein realistischer Zeitrahmen für eine mögliche Verfügbarkeit in Deutschland liegt eher bei 2028 bis 2030, wenn überhaupt alles reibungslos läuft. Das ist keine Entmutigung, sondern Realismus: Wer jetzt auf MariTide hofft, muss noch einige Jahre warten. Was du schon jetzt über neue Entwicklungen in der Klasse lesen kannst, findest du in unserem Überblick zu neuen GLP-1-Medikamenten vom ADA-Kongress 2026.

    Was mich bei MariTide strategisch interessiert: Amgen hat angekündigt, auch die Durabilität nach Absetzen zu untersuchen – also ob das Gewicht nach dem Ende der Therapie stabiler bleibt als bei anderen Substanzen. Teil 2 der Phase-2-Studie widmet sich genau dieser Frage. Das ist die Achillesferse aller bisherigen GLP-1-Medikamente: Absetzen bedeutet fast immer Wiederzunahme. MariTides langer Antikörperteil könnte hier theoretisch einen Vorteil bringen – muss aber erst in Daten bewiesen werden, die noch ausstehen. Wer tiefer in das Thema Gewichtserhalt einsteigen will, findet im Artikel zu Gewicht nach GLP-1-Absetzen viele praktische Überlegungen.

    Kurz gesagt: Phase 3 läuft, Phase 2 liefert starke Signale – aber bis MariTide in der deutschen Apotheke verfügbar ist, vergehen realistischerweise noch mindestens vier bis fünf Jahre. Wer heute Therapie braucht, sollte das mit den vorhandenen Optionen angehen und MariTide als das behandeln, was es gerade ist: eine sehr vielversprechende Forschungsnachricht.


    Häufige Fragen aus der Community

    Kann ich MariTide schon jetzt irgendwie bekommen?

    Nein – und dieser Punkt ist mir wirklich wichtig. MariTide ist ein Prüfpräparat, das ausschließlich im Rahmen klinischer Studien eingesetzt wird. Es gibt keinen legalen Weg, es außerhalb der Studie zu erhalten. Wer im Netz auf Angebote stößt, sollte extrem vorsichtig sein – wie bei anderen unangemeldeten Peptiden gibt es erhebliche Sicherheitsrisiken. Den Hintergrund zu solchen Risiken beleuchtet unser Artikel zu Retatrutid aus dem Graumarkt sehr klar.

    Wird MariTide mein Mounjaro ersetzen?

    Dafür ist es noch viel zu früh. Tirzepatid ist erprobt, zugelassen und für viele von uns im Alltag gut handhabbar. MariTide ist ein anderer Mechanismus, ein anderes Dosierungsintervall – aber kein bewiesener Fortschritt gegenüber dem, was heute verfügbar ist. Was klar ist: Das Feld der Adipositas-Medikamente wird sich in den nächsten Jahren stark weiterentwickeln, und mehr Optionen sind für die Patient:innen gut.

    Was ist der Unterschied zwischen MariTide und anderen neuen Substanzen wie Retatrutid?

    Retatrutid ist ein Triple-Agonist – es aktiviert GLP-1, GIP und Glukagon-Rezeptor gleichzeitig, also drei Signalwege statt zweien. Das ist noch einen Schritt weiter als Tirzepatid. MariTide dagegen blockiert GIP aktiv, während Retatrutid es aktiviert. Beide Konzepte zeigen in frühen Studien große Wirksamkeit, aber beide müssen noch durch Phase 3. Die kommenden Jahre werden spannend zeigen, welche Ansätze sich im klinischen Alltag beweisen. Wer mehr über den Stand der Pipeline erfahren will: unser Überblick zu neuen GLP-1-Medikamenten der nächsten Generation gibt einen guten Einstieg.


    Quellenangaben

    1. Jastreboff AM et al. (2025): Once-Monthly Maridebart Cafraglutide for the Treatment of Obesity – A Phase 2 Trial. New England Journal of Medicine. doi:10.1056/NEJMoa2504214
    2. Véniant MM et al. (2024): A GIPR antagonist conjugated to GLP-1 analogues promotes weight loss with improved metabolic parameters in preclinical and phase 1 settings. Science Translational Medicine. Zitiert in: Amgen Pressemitteilung, November 2024
    3. Amgen Inc. (2025): Results From Amgen's Phase 2 Obesity Study of Monthly MariTide Presented at the American Diabetes Association 85th Scientific Sessions. Amgen Pressemitteilung, 23. Juni 2025
    4. Jastreboff AM et al. (2022): Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity. New England Journal of Medicine. doi:10.1056/NEJMoa2206038

    Fazit: MariTide ist die vielversprechendste neue Substanz, die aktuell in der Adipositas-Pipeline ist – nicht wegen der schieren Gewichtsverlust-Zahlen, sondern weil sie das Konzept einer monatlichen Injektion und eines völlig anderen Wirkprinzips (GIP-Blockade statt GIP-Aktivierung) erstmals ernsthaft in einer großen Phase-2-Studie belegt. Kein Plateau nach 52 Wochen, starke HbA1c-Senkung bei Diabetikern, verbesserbare Verträglichkeit durch kluge Dosiseskalation – das sind echte Signale. Gleichzeitig gilt: Phase 3 läuft, Zulassung steht aus, Vergleiche mit Tirzepatid sind noch spekulativ. Wir beobachten das für euch weiter.

    Frage an die Community: Was ist euch an einem neuen Medikament am wichtigsten – weniger häufige Injektion, stärkerer Gewichtsverlust oder bessere Verträglichkeit? Und würdet ihr zu einem Prüfpräparat in einer Phase-3-Studie ja sagen?

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    Über den Autor

    Mathias Köster | Gründer des GLP-1 Forums

    Ich bin kein Arzt – sondern Patient. Seit Februar 2025 nehme ich Mounjaro, verschrieben und begleitet von meinem Diabetologen. In dieser Zeit habe ich 41 kg abgenommen und über 16 Monate direkte Therapieerfahrung gesammelt.

    Aus dieser Erfahrung heraus habe ich das GLP-1 Forum gegründet – weil eine deutschsprachige Community für ehrlichen Erfahrungsaustausch fehlte.

    Alle Artikel recherchiere ich anhand von Studien aus PubMed, Fachinformationen der Hersteller sowie offiziellen Quellen wie BfArM, EMA und der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die verwendeten Quellen sind am Artikelende vollständig aufgeführt und verlinkt. Inhaltliche Verantwortung liegt vollständig bei mir.

    Dieses Forum ist kein medizinischer Rat. Es ist ein Ort für ehrlichen Erfahrungsaustausch – unabhängig, ohne Pharmaunternehmen im Hintergrund.

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    Quellen & Aktualität: Alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen sind am Artikelende mit vollständiger Quellenangabe aufgeführt und verlinkt. Die Inhalte werden bei relevanten neuen Erkenntnissen aktualisiert. Trotz sorgfältiger Recherche übernehme ich keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und dauerhafte Aktualität.

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      Im Forum teilen Mitglieder Erfahrungen zur "Abnehmspritze", informieren sich über Wirkung und Nebenwirkungen und unterstützen sich gegenseitig.

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